Rückblick Februar: #SaytheirNames

, von  Arnisa Halili

Rückblick Februar: #SaytheirNames
Brennende Kerzen. Foto: Unsplash / Mike Labrum / Unplash License

Die Betroffenheit sitzt tief. Viele Menschen mit und ohne Migrationshintergrund sind nach dem rechtsterroristischen Anschlag von Hanau fassungslos, verunsichert und wütend. Unsere Redaktion ist in Gedanken bei den Opfern des Anschlags und Ihren Angehörigen. Aktuell gibt es einen Spendenaufruf für die Hinterbliebenen und Überlebenden des rassistischen Attentats. Zu diesem Aufruf möchten wir unsere Leser*innen aufrichtig motivieren. Außerdem möchten wir mit einem erneut veröffentlichten Interview mit Yasmine Ouirhrane daran erinnern, wie wichtig der Kampf gegen Rassismus ist. Es bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen die deutsche Regierung gegen rechten Terror treffen wird. Was noch im Februar geschah, könnt ihr in unserem heutigen Monatsrückblick nachlesen.

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Elchin Abdullayev wird in seinem Heimatland Aserbaidschan politisch verfolgt. Seit einigen Jahren lebt er in Dortmund. Foto: privat

„Wähle das demokratische Aserbaidschan!“
Am 9. Februar sind Parlamentswahlen in Aserbaidschan. Von dort floh Elchin Abdullayev 2014 nach Deutschland, weil er als Vertreter der kritischen Zivilgesellschaft Aserbaidschans mit seiner baldigen Verhaftung rechnen musste. Davor hatte er über 100 Nichtregierungsorganisationen (NGOs) bei dem komplizierten Registrierungsverfahren des aserbaidschanischen Justizministeriums unterstützt und Menschenrechtsverletzungen vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gebracht. Aus dem deutschen Exil versucht er, Aufmerksamkeit für die Zustände in Aserbaidschan zu schaffen und Druck auf das autoritäre Regime des Präsidenten Ilham Alijew auszuüben. Wir haben mit ihm gesprochen.

„Schütze deine Stimme!"
Heute, am 9. Februar, gehen Aserbaidschaner*innen zur Wahl. Anar Orujov wird während den Wahlen nicht in seinem Heimatland sein: Der Journalist und Gründer des Internetsenders „Kanal13“ ist vor der dortigen autoritären Regierung geflohen. Im Interview erzählt er von seiner Zeit als Journalist in Aserbaidschan, von Social Media als Protestform und von seinen Visionen für eine demokratische Zukunft des Landes. Auch erklärt er, warum „13“ für ihn keine Unglückszahl und Urlaub in Spanien unmöglich ist.

Brüsseler Bahnhof: Zwischen Nationalismus und der Republik Europa - im Podcast
Wohin geht es mit der Europäischen Union nach dem Brexit? Was hat es mit Begriffen wie „Nation“ und „Identität“ auf sich? Und wie geht es der EU überhaupt 2020 im Spannungsfeld zwischen Nationalismus und Visionen einer europäischen Republik? Um diese Fragen geht es in der siebten Folge des Brüsseler Bahnhofs - unter anderem mit Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot und ZEIT-Journalist Steffen Dobbert.


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Porträt einer jungen Generation. Foto: Unsplash / Jens Johnsson / Unsplash License

Next Generation Germany: Zufrieden im Jetzt, ängstlich in der Zukunft
Für ihre Studienreihe Next Generation hat das British Council eine national repräsentative Auswahl 18- bis 30-Jähriger in Deutschland zu ihrem Alltag, ihren Ängsten und ihren Wünschen befragt. Entstanden ist das Bild einer Generation, die mit ihrem Leben jetzt durchaus zufrieden ist, aber ängstlich in die Zukunft blickt. Darüber hinaus geht es um europäische Identitäten, Haltungen zum Brexit und Geschlechtergerechtigkeit. Ein Blick in die Ergebnisse.

Vorgestellt: Yasmine Ouirhrane, Junge Europäerin des Jahres 2019
Am Abend des 19. Februars 2020 tötete ein rassistisch motivierter Attentäter in Hanau neun Menschen mit Migrationsgeschichte sowie anschließend seine Mutter und sich selbst. Wir möchten daran erinnern, wie wichtig der Kampf gegen Rassismus ist, und veröffentlichen daher heute erneut ein Interview mit Yasmine Ouirhrane. Die Studentin setzt sich unter anderem für Chancengleichheit für Migrant*innen in Europa ein. Das Original des Beitrags erschien bei unserem englischsprachigen Partnermagazin The New Federalist bereits im April 2019.

Im Zweifel dafür
Wir haben verlernt, Visionen für unser Europa der Zukunft zu entwickeln und unsere Utopien zu kommunizieren. Damit muss Schluss sein: Wir sollten aufhören mit dem ständigen Abwehrkampf gegen die Euroskeptiker*innen und den Blick nach vorne richten.


Empfehlungen der Redaktion

Eine Reise durch de Beauvoirs Kindheit und Jugend. Grafik: Anne Meerpohl.

Beauvoir wird Beauvoir
Schriftstellerin, Philosophin und Feministin - so bezeichnet Wikipedia Simone de Beauvoir. treffpunkteuropa.de-Autorin Leonie Theiding wollte herausfinden, wie de Beauvoir zu der Frau geworden ist, die den Feminismus bis heute geprägt hat: Von einer katholischen Mädchenschule in Paris bis zum Abwaschen von Tellern in ihrer Jugend zeichnet sie nach, wie de Beauvoir aufgewachsen ist.

Von Demokratie und Freiheit an den Rändern Europas
Für den 9. Februar 2020 waren in Aserbaidschan vorgezogene Parlamentswahlen ausgerufen worden, die von großen Teilen der Opposition boykottiert wurden. treffpunkteuropa.de ließ mit Anar Orujov und Elchin Abdullayev oppositionelle Stimmen zu Wort kommen. treffpunkteuropa.de-Autor Bastian De Monte war außerdem als Wahlbeobachter vor Ort: Er berichtet, wie es um Demokratie(defizite) in Europas Nachbarschaft steht und wie es sich anfühlt, selbst Opfer von medialer Desinformation und „Fake News“ zu werden.

Europäische Bomben und nicht-europäische Bomben
Eine Woche nach der Münchner Sicherheitskonferenz wird ein stärkeres Engagement Europas gefordert - mal wieder. Doch diese Diskussion verfehlt den eigentlichen Kern des Problems: Viel entscheidender als die Frage, „wie viel“ europäische Sicherheitspolitik wir brauchen, ist die Frage, „welche“ europäische Sicherheitspolitik wir brauchen. Letztere ist nicht zwingend besser, nur weil sie europäisch ist. Ein Kommentar.

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