Liveticker: Macron gewinnt Präsidentschaftswahl

, von  treffpunkteuropa.de

Liveticker: Macron gewinnt Präsidentschaftswahl
Proteste gegen die Kandidaten: „Weder Le Pen noch Macron - weder Vaterland noch Unternehmerboss“ Foto: doubichlou14/ Flickr / CC BY NC-ND-2.0 Lizenz

Am 7.Mai entscheiden die französischen Wahlberechtigten, ob sie in Zukunft Marine Le Pen vom rechtsextremen FN oder den parteilosen und sozialliberalen Ex-Banker Emmanuel Macron als Präsidenten sehen wollen. Alle Entwicklungen in unserem Liveblog.

+++22:53 Uhr: Macrons erste Stellungnahme vor den Wählern++

Vor der Louvre-Pyramide haben sich tausende Anhänger mit Frankreichflaggen versammelt, die „Ode an die Freude“ und „Macron président“- Rufe ertönen. Macron bedankt sich bei seinen Wählern und zeigt sich euphorisch für seine Amtszeit. Er respektiere die Wähler des FN aber werde alles tun, damit es in fünf Jahren keinen Grund mehr gebe, für „Extreme“ zu wählen. Er wolle die Wirtschaft stärken, sich für Arbeit, Kultur und Bildung engagieren und Europa wieder aufbauen. Er sieht seine Aufgabe als groß an und appellierte an das Engagement jedes Einzelnen für die kommende Amtszeit. Er wolle Frankreich gegen Angst und Lüge verteidigen und für Sicherheit sorgen. Letztendlich bedankt er sich bei seiner Familie, woraufhin „Brigitte, Brigitte“-Rufe nach seiner Ehefrau ertönten und Macrons Familie die Bühne betritt und die Nationalhymne gespielt wird. (SFL)

Die detaillierten Ergebnisse nach Regionen gibt es je nach Auszählungsstand hier: http://elections.interieur.gouv.fr/presidentielle-2017/index.html

+++21:37 Uhr: Marion Maréchal-Le Pen nimmt Stellung++

Marion Maréchal-Le Pen, Nichte von Marine Le Pen und aktives Mitglied des Front National, beklagt die hohe Enthaltung und die schlechten Ergebnisse des FN. Die Wahl sei zu einem „Referendum für oder gegen die EU, für oder gegen die massive Einwanderung“ geworden sein. Macrons Politik sein „schädlich“ für Frankreich und im Parlament müsse der FN Widerstand leisten. (SFL)

+++21:15 Uhr: Mélénchon: „das Ende einer lamentablen Amtszeit“++

Mélénchon zeigt sich unzufrieden mit Präsident Macron, als eines erneuten „präsidentiellen Monarchen“, der gegen die „Errungenschaften des Sozialstaats“ und für die „Unverantwortlichkeit in der Ökologie“ stehe. Er ruft zum Widerstand bei den Parlamentswahlen auf und bedauert erneut, dass seine Partei „la France insoumise“ knapp aus der zweiten Runde ausgeschieden ist. (SFL)

+++21:13 Uhr: Macron bedankt sich bei Wählern++

In seiner Siegesrede bedankt sich Macron bei seinen Wählern in einem bescheidenen und gesetzten Diskurs. Er sei sich der Fraktur der Gesellschaft bewusst und sehe sich dennoch als Garant der Einheit der Nation. Er sei hoffnungsvoll, dass die Demokratie auch im Bereich der Sicherheit und des Kampfes gegen den Terrorismus siegen werde. Er wolle sich der Bildung und der Energiewende zuwenden und sich für jeden Einzelnen einsetzen. Er bedankt sich bei Francois Hollade für seine Arbeit in der letzten Amstzeit. (SFL)

+++21:04 Uhr: 8,9 % der Stimmen ungültig oder „weiß“++

25,3% der Wähler haben sich enthalten, 8,9 % der Stimmzettel waren ungültig oder „weiß“, das heißt stimmten für keinen der beiden Kandidaten. Der „vote blanc“ ist ein verbreitetes Mittel, bei dem für keinen der Kandidaten gestimmt wird. Allerdings wird diese Art der Abstimmung nicht in die gültigen Stimmen einbezogen. Macron hat den Hochrechungen zufolge momentan 65,8 % der Stimmen, Le Pen 34,2%. (SFL)

+++20:36 Uhr: Francois Holland gratuliert Macron++

Der scheidende französische Präsident gratuliert Emmanuel Macron zum Wahlsieg. (SFL)

+++20:24 Uhr: Dupont-Aignan enttäuscht über LePens Ergebnis++

Der engste Unterstützer von Marine LePen zeigt sich enttäuscht und beteuert, die politische Landschaft Frankreichs müsse sich zugunsten der Patrioten reformieren. (SFL)

+++20:14 Uhr: Liveberichterstattung auf France24 in Englisch++

(TS)

+++20:13 Uhr: Marine Le Pen bedankt sich bei ihren Wählern+++

Marine Le Pen bedankt sich bei ihren Wählern und bekräftigt, „besorgt angesichts der anstehenden fünfjährigen Amtszeit“ zu sein. Sie ruft zum Wahlkampf für die anstehenden Parlamentswahlen auf und zur Umstrukturierung ihrer Partei. (SFL)

+++ 20:12 Uhr: Le Pen spricht+++

Le Pen bedankt sich bei ihren Anhänger*innen: Das Ergebnis sei trotzdem historisch, da die Nationalisten vom FN nun die wichtigste Opposition in der Präsidentschaft Macron sein würden. Aber: Der FN müsse sich von Grund auf modernisieren, um seiner Aufgabe als neue Kraft im politischen Spektrum gerecht werden zu können. (GW)

+++20:03 Uhr: Marine Le Pen verliert+++

Eine heftige Niederlage heute Abend für Marine Le Pen: Ihre Nichte Marion Maréchal-Le Pen (FN) hatte vor wenigen Tagen noch gesagt, 40% wären „ein schöner Sieg“. Mit 37% ist das Marine Le Pen jedoch nicht gelungen. (GW)

+++ 20:00 Uhr: Macron vorn +++

Ipsos: Macron gewinnt die Wahl mit 65,1%. (GW)

+++ 19:21 Uhr: Ein Viertel der Franzosen enthalten sich+++

Während der ersten Auszählungen bestätigt sich die bisher beobachtete Tendenz: Etwa ein Viertel der französischen Wahlberechtigten hat sich nicht an der Wahl beteiligt. (GW)

+++ 19:11 Uhr: Macron gewinnt - laut inoffizieller Nachwahlbefragungen +++

Eine Zeitungen außerhalb Frankreichs vermelden bereits den Sieg Emmanuel Macrons. Er soll mit 62 bis 66 Prozent vorne liegen. Le Pen kommt demnach auf 34 bis 38 Prozent. Damit schneidet Le Pen schlechter ab als zuvor in den Umfragen vorhergesagt.

+++ 19:02 Uhr: Verhältnismäßig geringe Wahlbeteiligung+++

Während in den großen Städten noch bis 20:00 Uhr gewählt wird, haben sich in den anderen Städten und Gemeinden sehr geringe Wahlbeteiligung ab: Bis 17:00 Uhr haben laut Innenministerium 65,3% der Bürger*innen ihre Stimme abgegeben, das sind 4% weniger als zur selben Uhrzeit während des ersten Wahlgangs. Damit ist die Wahlbeteiligung niedriger als bei den letzten fünf Präsidentschaftswahlen. (GW)

+++19:00 Uhr: Wahllokale geschlossen, Auszählung beginnt+++

Mit Ausnahme weniger Städte sind die Wahllokale jetzt geschlossen, die Auszählung der abgegebenen Stimmen beginnt. Das Innenministerium wird erste Zahlen um 20:00 Uhr veröffentlichen. (GW)

+++ 18:00 Uhr: Letzte Stunde der Wahl läuft: Update+++

In den Überseegebieten gewinnt Macron deutlich. (TS)

In einer Stunde werden die Wahllokale schließen. Die Wahlbeteiligung ist wie vermutet schlecht. Französische Medien gehen davon aus, dass sich mehr als ein Viertel der Wahlberechtigten enthalten werden. Das entspricht etwa der Wahlbeteiligung aus dem Jahr 1969.

Inoffizielle Umfragen unter Wähler*innen zeichnen ein eindeutiges Bild: Demnach liegt Emmanuel Macron mit etwa 60 Prozent vorn. Diese Zahlen sind jedoch nicht verlässlich und sollten mit Vorsicht behandelt werden.

Die im Ausland lebenden Franzosen und Französinnen zeigen eine klare Präferenz für Emmanuel Macron: In New York haben mehr als 90% für den parteilosen Kandidaten gestimmt, in Boston lag die Zahl noch höher. (GW)

+++ 12:22 Uhr: Abstimmungsverhalten anderer Europäer+++

Wie würden Spanier und Deutsche heute wählen? Diese Frage haben sich das spanische Meinungsforschungsinstitut Metroscopia und die Forschungsgruppe Wahlen aus Deutschland gestellt. Das Ergebnis: In Deutschland würden heute 91%, in Spanien 90% für den sozialliberalen Kandidaten Emmanuel Macron stimmen. Nur 9 bzw. 10 Prozent würden ihr Kreuzchen bei Marine Le Pen machen. (TS)

+++

12:11 Uhr: Wahlbeteiligung 28,23%+++

Um 12:00 heute Mittag haben sich bereits 28,23% der Wahlberechtigten an der Wahl beteiligt. Damit liegt die Wahlbeteiligung etwa auf dem Niveau des ersten Wahlgangs, die befürchtete Enthaltungswelle blieb bisher aus. (GW)

+++ 11:56 Uhr: Rückblick auf die TV-Debatte+++

Am Mittwoch standen sich Le Pen und Macron im Rahmen der Fernsehdebatte gegenüber. Von der französischen und internationalen Presse war dies nicht als sachlicher Schlagabtausch, sondern als Schlammschlacht gewertet worden: An vielen Stellen tauschten die Kandidat*innen persönliche Angriffe anstelle von Argumenten aus. Video zur TV-Debatte in französischer und englischer Sprache (von France 24):

+++ 11:45 Uhr: Blick auf Twitter+++

Seit Freitag ist der Wahlkampf offiziell zu Ende. Dementsprechend dürfen die Kandidat*innen auch am heutigen Wahltag, ob durch Auftritte oder Nutzung von Social Media, keine Wahlwerbung für sich mehr verbreiten. Am Freitagabend riefen sowohl Le Pen als auch Macron die französischen Wahlberechtigten auf, für sie zu stimmen:

(Emmanuel Macron: „Wählt.“)

(Marine Le Pen: „Die einzige Sache, an die Sie am Freitag denken müssen, ist Ihr Land.“)

+++ 11:37 Uhr: Wahl als Novum der Fünften Republik+++

Die Konstellation Le Pen-Macron in der Stichwahl bei den Präsidentschaftswahlen stellt ein Szenario dar, dass die Fünfte Republik in Frankreich seit ihrer Gründung 1958 in dieser Form noch nie gesehen hat. Bisher standen sich fast immer zwei Kandidaten gegenüber, die einer der beiden Parteien angehörten oder zumindest über eine solche Positionierung verfügten, dass sich Anhänger*innen des linken oder rechten Lagers klar hinter einem der Kandidaten versammeln konnten. Eine Ausnahme bildet das Jahr 2002, als Jacques Chirac (UMP, heute Republikaner) überraschend Jean-Marie Le Pen gegenüberstand, dem Gründer des rechtsextremen Front National und Vater der Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen. Damals konnte Chirac den zweiten Wahlgang mit vier von fünf abgegebenen Stimmen für sich entscheiden, da Anhänger*innen des linken Kandidaten Lionel Jospin nahezu geschlossen für ihn stimmten. Heute stellen weder die Republikaner noch die Sozialisten einen der Kandidaten für den zweiten Wahlgang. Francois Fillon (Republikaner) dürfte vor allem die Äffare um die Scheinbeschäftigung seiner Frau viele Wählerstimmen gekostet haben, während die Sozialisten vollkommen zersplittert sind und ihr Kandidat Benoît Hamon das schlechteste Ergebnis der Geschichte einfuhr. Dass die großen Trennlinien zwischen linken und rechten Parteien des politischen Spektrums für die Wahl 2017 keine zentrale Rolle spielen würden, zeichnete sich früh ab: Viel eher entscheidet sich die Wahl zwischen Globalisierungsgegner*innen und –befürworter*innen, zwischen Nationalismus und Liberalismus. Le Pen und Macron sind die Kandidat*innen, die diese beiden Extreme verkörpern. (GW)

+++ 11:20 Uhr: Macron und Le Pen geben ihre Stimmen ab+++

Emmanuel Macron und Marine Le Pen haben bereits gewählt: Der freie Kandidat der Bewegung „En Marche!“ hat seine Stimme im Ort Le Touquet abgegeben, FN-Chefin Le Pen im Ort Hénin-Beaumont. (GW)

+++ 10:30 Uhr: Viele Enthaltungen erwartet+++

„Ni Le Pen, Ni Macron – ni patrie ni patron“ Diese Einstellung teilen viele französische Wähler*innen: Etwa die Hälfte von ihnen hat im ersten Wahlgang für einen anderen Kandidaten als Emmanuel Macron oder Marine Le Pen gestimmt. Für viele von ihnen stellt keiner der beiden Finalist*innen eine Alternative dar. Besonders bei den Wähler*innen des linken Kandidaten Jean-Luc Mélenchon dürfte es viele Enthaltungen geben, da für viele von ihnen die Wahl der rechtsextremen Marine Le Pen nicht in Frage kommt – andererseits werden die wenigsten von ihnen dem Ex-Banker Macron ihre Stimme geben, da sie sein wirtschaftsliberales Profil komplett ablehnen. Auch wenn Mélenchon selbst dazu aufgerufen hat, dem Front National und Marine Le Pen keine Stimme zu geben, wird das nicht von allen seiner Anhänger*innen als expliziter Aufruf zur Wahl von Macron gewertet. Bei den Wähler*innen von Francois Fillon gestaltet sich die Lage ähnlich: Zwar hat Fillon dazu aufgerufen, für Macron zu stimmen, aber es ist äußerst unklar, inwiefern seine Wähler*innen sich nicht eher vom Front National angezogen fühlen. Das wirtschaftspolitische Profil Macrons dürfte einigen Fillon-Wähler*innen zwar näher sein, gleichzeitig ist nicht auszuschließen, dass sich Erzkonservative für Le Pen entscheiden, da ihre gesellschaftspolitischen Positionen denen von Fillon weitaus näher sind als die von Macron. Auch wenn die Umfragen bisher klar für einen Sieg Macrons sprechen, könnten Enthaltungen und unerwartete Wählerwanderungen ein spannendes Ergebnis erzeugen. Ein weiterer Punkt: Da Macron in vielen Umfragen vorn liegt, ist es möglich, dass Menschen, die ihn gewählt hätten, um Le Pen zu verhindern, überhaupt nicht an der Wahl teilnehmen, weil sie ihre Stimme als nicht relevant ansehen. Damit könnte Le Pen wichtiges Terrain gut machen. (GW)

+++ 8:00 Uhr: Wahllokale geöffnet ++

Jetzt öffnen die Wahllokale in den französischen Städten und Gemeinden, wo die rund 46 Millionen wahlberechtigten französischen Bürger*innen dazu aufgerufen sind, bis 19:00 Uhr ihre Stimme für die Präsidentschaftswahl abzugeben. Im zweiten Wahlgang der letzten Präsidentschaftswahl im Jahr 2012, als Francois Hollande den damaligen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy herausgefordert hatte, lag die Wahlbeteiligung bei 80,35%. Ob dieses Jahr eine ähnlich hohe Wahlbeteiligung erreicht wird, ist auf Grund der zwei polarisierenden Kandidaten fraglich. (GW)

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