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LGBTI-Aufklärung in Schottlands Klassenzimmern

, von  Giovana Faria

LGBTI-Aufklärung in Schottlands Klassenzimmern

Eine Reihe langjähriger Themen wie Debatten über LGBTI-Rechte, Feminismus und die Bekämpfung des Rassismus haben erst jetzt an Prominenz gewonnen. Leider sind nicht alle bereit und/oder willens, derartige Probleme zu diskutieren und sie als normal und für die Entwicklung einer Gesellschaft wesentlich zu behandeln. Auch wenn Ergebnisse lange auf sich warten lassen, sollten diese und ähnliche Diskussionen jedoch nicht aufgegeben werden. Nehmen wir Schottland als Beispiel.

Laut einem Bericht im Guardian wird Schottland das erste Land der Welt sein, das das Unterrichten von Rechten der LGBTI-Gemeinschaft, der Abkürzung für „lesbian, gay, bisexual, transgender and intersexual“, in den Schullehrplan einbezieht. Die Vertreter*innen der Kampagne „Time for Inclusive Education“ feierten diesen historischen Moment, und Vizepremierminister, John Swinney, hat stolz die Entscheidung verkündet und betont, dass „das Bildungssystem alle unterstützen muss, um volles Potenzial zu erreichen“.

Obwohl die Globalisierung eine wichtige Rolle für das friedliche Zusammenleben aller auf der Welt spielt, ist die Angleichung der Meinungen nicht immer eine einfache Aufgabe, da jedes Land seine eigenen Ideologien mitbringt. Aus diesem Grund kann die Initiative Schottlands andere Nationen dazu ermutigen, denselben Weg zu gehen oder zumindest über die Möglichkeit nachzudenken. Die schottische Frauenrechtsbefürworterin und Journalismusstudentin Katie Williams, 24, bestägtigt die Bedeutung der Entscheidung:

Wir haben gerade den Trans Memorial Day (20. November) gefeiert, an dem wir diejenigen, die durch Homophobie oder Selbstmord gestorben sind, ehren und an sie erinnern. Obwohl ich nicht verstehe, warum jemand sich oder jemand anderem das Leben nimmt, glaube ich, dass es wichtig ist, das Verstehen und Akzeptieren von Unterschieden schon in jungen Jahren zu fördern. Insgesamt denke ich, dass Schottland und die Welt einen langen Weg vor sich haben, einige einen längeren als andere, aber ich hoffe, dass die nächste Generation mit der neuen Bildungsmaßnahme einen großen Schritt nach vorne gehen wird.

Als brasilianische Staatsbürgerin kann ich sagen, dass Brasilien in dieser Hinsicht eher zur konservativen als zur progressiven Seite neigt. Der gewählte Präsident Jair Bolsonaro bekämpft die Debatte über LGBTI-Fragen und sogar über Sexualität im Klassenzimmer. Bei der Analyse der aktuellen Situation in einigen europäischen Ländern wie Italien und Österreich, die wie Brasilien zunehmend von rechten Parteien beherrscht werden, ist es schwierig, sich eine Zukunft vorzustellen, die so revolutionär ist wie die gegenwärtige Bildungspolitik Schottlands. Wie bereits erwähnt, kann es einige Zeit dauern, bis der Einzug in die Schullehrpläne Ergebnisse zeigen wird. Lasst uns nicht aufhören, für die Inklusion und Gleichheit aller zu kämpfen.

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