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11 Orte in Europa, die ihr besuchen müsst

, von  treffpunkteuropa.de

Der Frühling ist endlich da. Die Sonne kehrt zurück und mit ihr die Reiselust. Ihr seid auf der Suche nach neuen Entdeckungen und Abenteuern? Unsere Autorinnen und Autoren nehmen euch mit auf eine Rundreise durch Europa.

Kazimierz – das andere Krakau

Eine wahrhaftig einmalige Kombination aus Tradition und Moderne. Aus Geschichte und Zukunft – aus Leid und Neuanfang: der alte jüdische Bezirk Krakaus: Zapraszamy do Kazimierza !

Im Gegensatz zum mühevoll herausgeputzten Zentrum der Stadt und dem vieler anderer europäischer Prachtstädte, wirkt Kazimierz bedrückend ehrlich: es versucht nicht seine düstere Geschichte zu verbergen oder die Spuren zu verwischen, im Gegenteil: es teilt sie uns mit, mahnt uns und zeigt zugleich einen Weg in die Zukunft. Über Jahrhunderte hinweg blühte die jüdische Kultur hinter verschlossenen Stadtmauern – das Viertel wuchs zum Herzen der polnisch – jüdischen Intelligenz heran, trotz immer wiederkehrender Pogrome und zeitweiliger Unterdrückungen. Seinen Untergang erlebte Kazimierz erst mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten. Das dunkelste Kapitel der Geschichte Krakaus ist untrennbar mit diesem Stadtteil verbunden. Damals wurden die jüdischen Bewohner der Stadt in einem Ghetto am gegenüberliegendem Flussufer zusammengeforscht. Fast alle wurden sie bei der anschließenden Deportation ermordet. Steven Spielbergs Klassiker „Schindlers Liste“ wurde zu großen Teilen in Kazimierz gedreht wurde. Obwohl der Film an sich im gegenüberliegenden Ghetto spielt, setzte er dem Bezirk und seiner Geschichte ein würdiges Mahnmal.

Heutzutage ist Kazimierz ein höchst beeindruckender Ort, wie er wohl kein zweites Mal in Europa zu finden sein wird. Die ältesten Synagogen und jüdischen Friedhöfe sowie die christliche Kirchen in der Parallelstraße erinnern daran, wie tief verwurzelt das Judentum in Europa doch ist. In jedem Fall setzt diese besondere Atmosphäre dem Schatten, der bis heute über dem Bezirk liegt, etwas Hoffnungsvolles entgegen - darauf, dass egal wie tief die Wunden der Vergangenheit reichen mögen, ein Neuanfang stets möglich und nötig ist: Ob man nun das Treffen jüdischer Jugendgruppen vor der Synagoge beobachtet , das Glück hat, das berühmte Festival der jüdischen Kultur mitzuerleben, eines der zahlreichen koscheren Cafés oder Bars aufsucht oder beim durch die Gassen schlendern auf ein jüdisches Homosexuellenlokal stößt.

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Oder aber man sitzt in der beliebten „Humus and Happiness Bar“, schlürft einen Beduinen Kaffee und bestaunt die mit kunstvollem Graffiti verzierte Wand, welche einen überspitzt ermahnt: „Macht Humus, keinen Krieg!“ Yulia Yarina

Glasgow

Natürlich gibt es ein Aber. Glasgow ist hässlich und kriminell, eine alte Industriestadt, in deren Armenvierteln die Menschen so jung sterben, dass Mediziner vom „Glasgow-Effekt“ sprechen. Kein Ort für Touristen. Und jetzt kommt das Aber: Glasgow ist eine großartige Stadt. Dort erlebt man Schottland, wie es wirklich ist: freundlich und warmherzig, frei von allem Kitsch, der einem in der Hauptstadt Edinburgh an jeder Ecke begegnet. Wer sich als Fremder in einen Pub setzt, wird mitunter begrüßt wie ein alter Freund: „Setz dich, trink ein Bier, wir mögen dich!“ 2014 wurde Glasgow zur freundlichsten Stadt der Welt gewählt – zu Recht. Sebastian Gubernator

Grenen

In Grenen, der Nordspitze von Jütland in Dänemark, küssen sich Nord- (Skagerrak) und Ostsee (Kattegat). Beide Meere verbinden sich hier und man kann beobachten, wie die Wellen der beiden Meere aufeinandertreffen. Es ist ein merkwürdiges und gleichzeitig erhabenes Gefühl, dort im seichten Wasser baden zu gehen und von allen Seiten mit Wellen umzingelt zu sein. Aufgrund der starken Strömungs- und Windverhältnisse kann sich die Lage und die Form der äußersten Sandzunge täglich ändern, was das Erscheinungsbild verändert und interessant macht. Das Baden im Meer ist grundsätzlich möglich und zieht auch viele Touristen an, doch sollte man Vorsicht walten lassen, da die nautischen Kräfte sich an dieser Stelle ohne Hemmnis entfalten können und man deshalb aufgrund der starken Strömung leicht auf die offene See hinausgezogen werden kann. Tilmann Hartung

Massa Lubrense
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Unbeachtet vom Touristentrubel der Amalfiküste liegt die Gemeinde Massa Lubrense in gemütlicher Abgeschiedenheit. In den kleinen Dörfern, in denen man noch im Alimentari einkauft und sich die Senioren auf dem Dorfplatz zu einem Plausch zusammensetzen, scheint die Zeit still zu stehen. Bunte Häuser, kleine Häfen mit Booten, die zur nahen Insel Capri übersetzen, Dorfkirchen und Zitronenbäume prägen das Bild der mediterranen Landschaft. Berge laden zum Wandern ein, der Meeresschutzpark verspricht zahlreiche Möglichkeiten zum Tauchen. Massa Lubrense ist ein friedliches Idyll an der Spitze der Sorrentiner Halbinsel im Süden des Golfs von Neapel. Stéphanie Lacombe

Die Düne von Pilat

Die Düne von Pilat liegt etwa 60km westlich von Bordeaux, direkt an der französischen Atlantikküste. Sie stellt eine besondere Landschaftsform dar, da sie Europas größte natürliche Wanderdüne ist und mit einer Ausdehnung von etwa 110m Höhe, 500m Breite, 2,7km Länge und einem Volumen von ca. 60 Millionen Kubikmetern Sand eine beachtliche Dimension erreicht. Sie gilt als das Naturdenkmal mit den zweitmeisten Besuchern in Frankreich, nach dem Mont Saint-Michel in der Normandie. Auf der nördlichen Seite der Düne von Pilat finden sich viele Luftschutzbunker der ehemaligen deutschen 286. Marineartillerie-Anlage, die um 1944 auf der Düne gebaut wurden. Im Laufe der Jahre sind sie abgerutscht oder wurden immer mehr mit Sand bedeckt. Südlich der Düne liegen mehrere Bunker bereits vollständig unter der Wasseroberfläche. Aber Vorsicht: Ein Besuch lohnt sich, vor allem für Gleitschirm und Drachenflieger, trotzdem verkehren sonntags in Arcachon keine Busse, die Besucher vom Bahnhof zur Düne befördern könnten! Tilmann Hartung

Frankfurt an der Oder

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Bei meinem Umzug nach Frankfurt/Oder fühlte ich mich zunächst ans andere Ende der Welt versetzt: Die Einheimischen interpretierten meinen pfälzischen Dialekt zielsicher als polnischen Akzent. Dieses Beispiel zeigt aber zugleich, dass Frankfurt in besonderer Weise für das Zusammenwachsen Europas steht. Die offenen Grenzen bieten Einkaufsmöglichkeiten auf beiden Seiten der Oder. An der bekannten Viadrina-Universität lehren ehemalige Politiker und Diplomaten. Die 1253 erbaute St. Marien-Kirche ist für ihre mittelalterlichen Bleiglasfenster bekannt, welche Russland als ehemalige Beutekunst zurückgab. Der Brunnenplatz im Stadtzentrum beherbergt schöne Straßencafés. Radtouren ins grüne Umland lohnen ebenfalls. Insgesamt möchte ich diese schöne Zeit nicht missen - auch privat! Isabelle Unger

Telc

Telc ist eine der schönsten Städte in Tschechien. Der historische Marktplatz ist UNESCO Weltkulturerbe und diente Werner Herzogs Woyzeck 1979 als Filmkulisse. Tatsächlich ist Telc wenig touristisch und im Gegensatz zu Orten wie Cesky Krumlov oder Karlovy Vary noch immer ein Geheimtipp. Christoph Sebald

Guspini

Die Insel Sardinien ist sicherlich eine der ursprünglichsten Regionen Europas. Im Südwesten der Insel liegt eine kleine Ortschaft namens Guspini. Fährt man von dort Richtung Westen in die Berge kommt man an der ehemaligen Bergabaumine Montevecchio vorbei. Wenn man in der richtigen Saison dort ist kann man unterwegs stehen bleiben und direkt ein paar wilde Feigen oder Kräuter für das Gewürzregal zu Hause pflücken. Dann geht es wieder abwärts bis man die einsamen weiten Sandstrände und felsigen Buchten der Costa Verde erreicht. Erwähnenswert sind die Strände Piscinas, Scivu oder der Dünenstrand bei Torre dei Corsari. Am Strand von Funtanazza plantschten früher die Kinder der Bergarbeiter von Montevecchio. Heute zeugt nur noch die geisterhafte Ruine des verlassenen Strandhotels von jener Zeit. Bei starkem Wellengang sollte man jedoch nicht tief ins Wasser gehen. Das Meer an der Costa Verde ist genauso wild wie Sardinien selbst. Michael Vogtmann

Gibraltar

Gibraltar ist ein britisches Überseegebiet im Süden der iberischen Halbinsel und gehört seit dem Spanischen Erbfolgekrieg 1704 zum Vereinigten Königreich, jedoch nicht zur EU und ist u.a. auch vom EU-Binnenmarkt und dem Schengenraum ausgenommen. Auch wenn das Gebiet im Vertrag von Utrecht 1713 formell den Briten zugesprochen wurde, ist die britische Kronkolonie seit damals ein Streitpunkt zwischen Großbritannien und Spanien. Das Gebiet Gibraltars ist winzig, auch deshalb ist es eines der am dichtesten besiedelten Gebiete der Erde. Die Stadt erstreckt sich entlang der Hänge des markanten, sogenannten Affenfelsens, auf dem freilebende Berberaffen ihr Unwesen treiben. Die Tiere sind sehr eigenwillig und treiben mit Touristen gern ihren Schabernack. Es gibt auch einen Flughafen, den man mit Billigfliegern wie EasyJet günstig erreichen kann. Der internationale Flughafen von Gibraltar ist der einzige weltweit, dessen Landebahn eine vierspurige Straße mit einer Ampelschaltung kreuzt. Grundsätzlich geht Gibraltar dank seiner großen Autonomie in vielen Bereichen eigene Wege. Wer also gern in Europa bleiben, aber gleichzeitig etwas ganz Eigenes und Anderes erleben möchte, ist in Gibraltar gut aufgehoben. Tilmann Hartung

Straßburg

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Die Vormittagssonne strahlt über die Dächer. Die Fachwerkhäuser im Viertel Petite France spiegeln sich im Wasser des Flusses Ill, der sich im Stadtgebiet verzweigt. Vor dem berühmten Straßburger Münster finden sich schon die ersten Touristen ein, die Kellner in den Cafés bereiten sich auf die ersten Besucher vor. Auf der Ill fahren Touristenboote, die auch am Europaparlament und dem deutsch-französischen Kultursender ARTE vorbeischippern. Straßburg wirkt trotzdem nicht von Touristen überladen, die kleinen Gassen und Fachwerkhäuser haben Charme. Als Fußgänger schnappt man Gesprächsfetzen in unterschiedlichen Sprachen auf. In Straßburg kommt eben Europa zusammen. Straßburg ist ein beliebter Standort für Künstler, Unternehmen und Institutionen. Europarat, Europaparlament, der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte, der Europäische Bürgerbeauftragte und der Eurokorps haben ihren Sitz in der Stadt. Hier werden die Werte der Demokratie gelebt und es weht europäisches Flair durch die Straßen wie nirgendwo anders. Lea-Verena Meingast

Mont Saint-Michel

Mont Saint-Michel ist eine felsige Insel mit einer Höhe von 92m, die im Mündungsbereich des Couesnon im Wattenmeer der Normandie liegt. Auf ihrer Spitze thront eine prächtige Abtei mit einer Siedlung, welche heute von den Ordensleuten der Gemeinschaften von Jerusalem genutzt wird. Sie wirkt verwunschen, überragt sie doch alles in der ansonsten flachen Umgebung. Die französische Gemeinde mit gerade einmal 41 Einwohnern wirkt malerisch schön und wurde bereits oft als Filmkulisse genutzt oder diente als Vorbild für Neuschöpfungen, beispielsweise auch für das Stadtmodell von „Minas Tirith“ in „Der Herr der Ringe“. Auch die Artussage erwähnt den Mont Saint-Michel. Manche vermuten gar, dass der Heilige Gral in den tiefen Gemäuern des Klosters versteckt ist, gefunden hat man ihn jedoch nie. Tilmann Hartung

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