ONE-Jugendbotschafterinnen und -botschafter tragen den Kampf gegen Armut ins EU-Parlament

, von  Marie Menke

ONE-Jugendbotschafterinnen und -botschafter tragen den Kampf gegen Armut ins EU-Parlament
Die ONE-Jugendbotschafter*innen im Europäischen Parlament © The ONE Campaign Deutschland

Wofür gibt die EU ihr Geld aus? Diese Frage beschäftigt viele: Mitglieder des Europäischen Parlaments, die darüber abstimmen sollen, Lobbyisten aus den verschiedensten Bereichen, die genau wissen, wofür sie das EU-Budget gerne ausgeben möchten, Journalisten, Wähler und mehr. Am 25. Oktober stellt der Haushaltsausschuss des Europäischen Parlaments seine Vorstellung des EU-Budgets für das Kalenderjahr 2018 vor – und acht Tage vorher machten 220 junge Aktivistinnen und Aktivisten das EU-Parlament unsicher, denn auch wir wissen genau, was wir von den Verhandlungen um das EU-Budget für das kommende Jahr erwarten.

Wir – das sind die Jugendbotschafterinnen und -botschafter der entwicklungspolitischen Lobby- und Kampagnenorganisation ONE, die sich für den Kampf gegen extreme Armut einsetzt und aktuell für eine Erhöhung der EU-Hilfen wirbt. Am 17. Oktober waren 220 von uns aus ganz Europa sowie den USA, Kanada und Nigeria in Brüssel, um sich mit mehr als 100 EU-Abgeordneten zu treffen, mit ihnen über die Entwicklungspolitik der EU zu reden und sie für den Kampf gegen extreme Arbeit und vermeidbare Krankheiten zu gewinnen. Zugleich forderten mehr als 50 000 EU-Bürgerinnen und -Bürger, die vorab eine Petition unterzeichnet hatten, dass der aktuell zu verhandelnde EU-Haushalt sich positiv auf die Entwicklungszusammenarbeit der Europäischen Union auswirken sollte.

Zwei Tage lang wurde zuvor in Workshops die Funktionsweise der EU und der Aufbau des EU-Haushalts besprochen, die Kampagnen aus Kanada und Nigeria vorgestellt, Quizfragen angefangen bei Entwicklungspolitik bis hin zu den Oscar-Gewinnern der letzten Jahre beantwortet und die Treffen mit den Abgeordneten vorbereitet. ONE arbeitet überparteilich, das heißt, Abgeordnete aller Parteien wurden um Treffen gebeten – umso wichtiger ist es natürlich, vorher zu wissen, wem man gegenüber sitzen wird.

Aber warum eigentlich Entwicklungspolitik? Gerade Subsahara-Afrika erscheint zuerst einmal ganz weit weg, aber das ist es gerade gar nicht. Unsere Welt ist heute so globalisiert, dass wir dank Facebook, E-Mails & Co. jederzeit Kontakt mit jemandem haben können, egal ob dieser sich in Deutschland, Kenia oder Togo befindet. Die EU und afrikanische Länder haben längst Handelsbeziehungen zueinander, der Tourismussektor wächst, Schüler- und Studentenaustausche kommen dazu: Subsahara-Afrika ist längst nicht mehr weit weg.

Und Afrika ist ein Kontinent, der gerade enormen Wandel unterliegt: Bis 2050 wird sich die afrikanische Bevölkerung auf mehr als 2,5 Milliarden Menschen verdoppelt haben, von denen die Hälfte unter 25 Jahren alt sein wird. Das ist eine riesige Chance für alle afrikanischen Länder, die aber genutzt werden muss, um nicht ins Negative umzuschlagen, denn nur wenn heute in Bildung, Geschäftigung und politische Beteiligung dieser jungen Generation investiert wird, kann Afrika sein Potential nutzen – und zu derartigen Investionen zählt eben auch der EU-Haushalt, der zu einem kleinen Teil für Entwicklungspolitik bestimmt wird. Ob dieser auf kurzfristige Lösungen setzt und zuerst einmal nur die Migration nach Europa zu regeln versucht oder ob dieser versteht, dass es langfristige Lösungen braucht und an den richtigen Stellen investiert, das wird heute entschieden.

Mit einem Mitarbeit eines Mitglieds des Europäischen Parlaments für die eigene Akkreditierung anzustehen und dabei zu merken, dass knapp die Hälfte derer, die ebenso auf den kleinen Sticker warten, der den Weg in das Parlament freigibt, ebenso schwarze T-Shirt mit dem weißen ONE-Logo tragen – das ist schon ein besonderes Gefühl. Nicht weniger spannend ist es aber, mal ganz persönlich von einem Abgeordneten zu hören, wie es dessen Meinung nach um den EU-Haushalt steht: Die Meinungen reichen davon, dass das Parlament den Vorschlag des Haushaltsausschusses auf jeden Fall durchwinken würde, bis dahin, dass man sich noch nicht genauer damit beschäftigt hätte. Am 25. Oktober wird jedoch jeder Abgeordnete eine Stimme abgeben und wir appellieren an sie: Jetzt ist nicht die Zeit, um Gelder für Entwicklungszusammenarbeit zu kürzen!

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