Fun Facts zu Frankeich

, von  Gesine Weber

Fun Facts zu Frankeich
Croissants - ein kulinarische Wahrzeichen Frankreichs Foto: Pixabay / Pexels / Pixabay Lizenz

Weltmeister beim Pro-Kopf-Verzehr von Käse und alle machen Urlaub an der Côte d’Azur? Frankreich ist viel komplexer! Fun Facts, mit denen ihr bei jedem Frankreich-Smalltalk glänzen könnt.

Vive le fromage!

Keine Frankreich-Klischees ohne Anspielungen auf Käse - aus gutem Grund: In Frankreich gibt es rund 350 bis 400 verschiedene Sorten Käse. Das ist mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Die unterschiedlichen Käse-Präferenzen der französischen Bürger*innen fanden sogar ihren Weg in die politische Debatte - mit Charles de Gaulle, der einst fragte: „Wie wollen Sie ein Land regieren, in dem es 258 verschiedene Sorten Käse gibt?“

Dass in Frankreich viel Käse verzehrt wird, ist keine Frage; allerdings können andere Staaten mithalten. Während Frankreich 2015 noch Weltmeister war, wurde es 2016 von einigen nordeuropäischen Staaten überholt. Kommentar der französischen Presse dazu: „Traurigkeit“. Trotzdem: Der Pro-Kopf-Konsum Käse lag im Jahr 2016 noch immer bei 27,2 Kilo.

Quel beau pays...!

Paris, Schlösser der Loire, Côte d’Azur: Frankreich hat auf kleinem Gebiet viele attraktive Ziele zu bieten. Das spiegelt sich in den Zahlen zum Tourismus: Kein anderes Land empfängt so viele ausländische Tourist*innen wie Frankreich.

Die meistbesuchten Orte Frankreichs befinden sich alle in Paris oder unmittelbarer Nähe - und der Eiffelturm ist nicht unter den ersten drei: Auf Disneyland Paris folgen die beiden Kirchen Notre-Dame und Sacré-Coeur.

Unschön im Urlaub: Wenn das sogenannte Paris-Syndrom auftritt. Der japanische Psychiater Ota Hiroaki hat es 2004 mit Kolleg*innen beobachtet und beschreibt damit Wahnzustände, Halluzinationen und weitere psychische Probleme, die vor allem japanische Tourist*innen in Paris trafen. Laut Hiroaki trat das Symptom dann auf, wenn die Erwartungen und tatsächlichen Eindrücke der Tourist*innen nicht übereinstimmten. Ob dieses Symptom allerdings wirklich existiert, ist umstritten.

Die Französinnen und Franzosen schätzen den Urlaub im eigenen Land: Etwa drei von fünf von ihnen verbringen den Urlaub in Frankreich.

Parlez-vous français?

Weltweit sprechen etwa 220 Millionen Menschen Französisch als Muttersprache oder Zweitsprache; außerdem lernen weitere 120 Millionen Menschen Französisch als Fremdsprache. Damit liegt Französisch weltweit auf dem neunten Platz der weltweit am meisten gesprochenen Sprachen, als Kommunikationssprache sogar auf Platz 2.

Die französische Sprache verbindet - auch politisch: In der Organisation internationale de la Francophonie haben sich 54 Staaten zusammengetan, 19 weitere Staaten sind Beobachter. Gemeinsam setzen sie sich auf dem globalen Parkett nicht nur für die Förderung der französischen Sprache, sondern auch für beispielsweise Menschenrechte oder Jugendprojekte ein.

Die französische Sprache macht es Lernenden schwer - und gibt ihnen Anlass, ihre Verzweiflung zu teilen. Gerade für Menschen, in deren Muttersprache (wie etwa Englisch) es kein grammatikalisches Geschlecht oder keine Konjugation (wie etwa im Chinesischen) gibt, stellt die Sprache von Molière und Camus eine Herausforderung dar. Auf Blogs wie Comme une Française oder Frenchplanations teilen sie ihre Erfahrungen.

Im Radio macht französische Musik einen wichtigen Bestandteil aus: Im Jahr 1995 wurde ein Gesetz verabschiedet, wonach mindestens 40 Prozent der im Radio gespielten Lieder französische Lieder sein müssen. Das Gesetz gilt auch heute noch - allerdings unterstrich die französische Kulturministerin 2016, dass darunter nicht nur Lieder in französischer Sprache fielen.

Mit Englisch tun sich viele Schüler*innen schwer: In der Mittelstufe hatten laut einer EU-Studie 2012 nur etwa 14 Prozent von ihnen ein gutes Niveau im Englischen, im Vergleich zu 82 Prozent der Schüler*innen in Dänemark. Auch wenn das französische Bildungsministerium in den letzten Jahren hier Fortschritte verzeichnet hat, will Präsident Macron das Erlernen europäischer Fremdsprachen auf die Agenda setzen.

Baguette, Croissant!

In Frankreich gibt’s nur Baguette? Weit gefehlt: Ein Baguette ist nur ein Weißbrot, das zwischen 55 und 80 Zentimeter lang ist, zwischen vier und fünf Zentimeter breit, drei bis vier Zentimeter hoch, und dazu zwischen 250 und 300 Gramm wiegt. Während das Baguette traditionell aus Weizenmehl besteht, können andere Varianten wie das Pain de Campagne auch Anteile von Roggenmehl enthalten. An den Brotweltmeister Deutschland kommt Frankreich allerdings nicht heran.

Das Croissant wurde laut Überlieferung 1683 in Wien erfunden, als die Stadt von den Türken belagert wurde. Als die Bäcker nachts bei der Arbeit die Invasion hörten, schlugen sie Alarm und Wien wurde nicht eingenommen. Als Dankeschön bekamen sie vom Herrscher die Aufgabe, ein Gebäck zu schaffen, dass an das Ereignis erinnert - und so erinnert das Croissant an den Mond auf der türkischen Flagge. Diese Sage findet sich etwa im Larousse gastronomique, der 1938 veröffentlicht wurde.

Übersetzungsfehler: Der französischen Königin Marie-Antoinette wird oft das Zitat in den Mund gelegt, das Volk solle Kuchen essen, wenn es kein Brot habe. Ganz korrekt ist diese Übersetzung aber nicht: Der Originalwortlaut lautete „S’ils n’ont pas de pain, qu’ils mangent de la brioche !“ - „Wenn sie kein Brot haben, sollen sie Brioche essen.“ Brioche ist ein süßes Hefegebäck, das zu dieser Zeit nur bei wohlhabenden Menschen auf dem Tisch landete - Kuchen ist es trotzdem nicht.

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