European Media Seminar 2018: Die Perspektive einer „Outsiderin“

, von  übersetzt von Marie Menke, Veronika Snoj

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European Media Seminar 2018: Die Perspektive einer „Outsiderin“
Photograph: Domi Winkler

treffpunkteuropa.de, taurillon.org und thenewfederalist.eu haben zusammen ein Medienseminar in Berlin organisiert. In diesem Artikel kannst du nachlesen, wie Veronika, die zuvor noch nichts mit JEF zu tun hatte, das Seminar erlebt hat!

Vor vergangenem Februar hatte ich von den Jungen Europäischen Föderalisten nur gehört. Aber dann hat mich eines ihrer Mitglieder dazu eingeladen, mich für das European Media Seminar zu bewerben, das 2018 zum dritten Mal stattfand. Ich habe zuerst gezögert, weil ich die Organisation nicht kannte, aber dann hat mein Interesse für den Journalismus gesiegt. Ich habe mich beworben und wurde ausgewählt, mit dabei zu sein. Dann brauhte ich mich eigentlich nur noch am 26. April in Ljubljana in einen Bus setzen und am nächsten Morgen in der deutschen Hauptstadt ankommen, wo ich von einem sonnigen Tag in Berlin begrüßt wurde!

Ein echter europäischer „melting pot“ im Kleinformat

Im Hostel (das wie eine Feuerwache gebaut ist) habe ich die Organisatoren und die anderen Teilnehmenden getroffen. Obwohl wir insgesamt weniger als dreißig waren, war die Vielfalt Europas spürbar: die Teilnehmenden kamen aus Frankreich, Deutschland, Mazedonien, Litauen, Italien, Malta, Polen und Großbritannien – ich selbst war die slowenische „Delegierte“. Viele von uns verband, dass wir in einem anderen europäischen Land leben, studieren oder arbeiten als dem, in dem wir geboren wurden.

Nachdem die Organistoren uns willkommen hießen und uns kurz erzählten, was uns erwartete, ging es auch schon los zum Berliner Sitz der Deutschen Welle, dem deutschen Auslandsrundfunk, ähnlich dem britischen BBC World Service. Wir hatten sogar die Möglichkeit, das Team hinter dem Format „Conlict Zone“ kennen zu lernen, mit dem der bekannte TV-Journalist Tim Sebastian Politikerinnen, Politiker und andere einflussreiche Persönlichkeiten aus der ganzen Welt interviewt. Er arbeitet ähnlich wie die HARDtalk Interviews, die der BBC veröffentlicht: Er konfrontiert sein Gegenüber mit dessen eigenen Worten – manchmal sogar so offensiv, dass ein Interviewpartner bereits ein Interview abgebrochen hat. Monika Martin, Martin Gak (beides Redakteure und Produzenten) und Caroline Schmitt (Social Media-Redakteurin) gaben uns einen Blick in ihren Alltag und ihren Job, zu dem natürlich nicht zuletzt jede Menge Recherche, unerwartet lange Stunden im Büro und Reisen in alle Ecken der Welt gehören.

Unser erster Tag zusammen in Berlin endete mit einem wahrlich europäischen Gericht – genau genommen aus dem Elsass: Flammkuchen, der uns die Energie gab, um uns in dieser Nacht noch lange zu unterhalten.

Wegschauen und Ignoranz

Am Samstagmorgen warteten alle gespannt auf die verschiedenen Workshops: Sie behandelten ganz unterschiedliche Themen und besprachen damit fast alles, das ein Onlinemagazin heutzutage braucht – von Interviews über Podcasts bis zu digitaler Kommunikation.

Ein Seminar, das von JEF organisiert wird, braucht aber natürlich auch einen Workshop mit EU-Geschmack – das war in unserem Fall der Workshop „Communication with EU institutions“. Alle Workshops sollten uns dabei helfen, uns auf die Berichterstattung während der Europawahlen 2019 vorzubereiten. Selbst war ich bei dem Workshop mit dem Titel „Online communication“ und habe zum ersten Mal gelernt, Infografiken zu basteln und Twitter strategisch einzusetzen.

Am Nachmittag durften wir außerdem einen Gast willkommen heißen. Dr. Maria Skóra vom Berliner Think Tank „Das Progressive Zentrum“ kam zu uns und hielt eine spannende Rede über Demokratie und Wege, diese zu verteidigen. Am Ende fasste sie fünf wichtige Punkte zusammen:

1. Spreche Ungerechtigkeiten an, wenn du sie siehst. 2. Geh wählen. 3. Ziehe gewählte Politikerinnen und Politiker für ihre Versprechen und ihre Taten zur Verantwortung. 4. Respektiere Minderheiten, weil auch du eines Tages zu einer gehören kannst. 5. Weiß guten Journalismus zu schätzen und pflege ihn.

Auf ihre Rede folgte eine lebendige Diskussion, in der es um Themen wie den Umgang mit Medien, um das Wegschauen bei Ungerechtigkeit und um Ignoranz ging. Wer ist eigentlich ignorant in unserer europäischen Gesellschaft und wer schaut der wirklichen Realität nicht ins Gesicht? Sind wir, die „progressiv“ denkenden Europäerinnen und Europäer, wirklich so offen, wie wir denken? Unsere Diskussion reichte noch lange in den Abend und setzte sich letztendlich im Garten der Feuerwache fort.

Beginn der Berichterstattung zu den Europawahlen: Sofort!

Sonntag war auch schon der letzte Tag des Seminars. Mit dem Wissen, das wir aus den Workshops gewinnen konnten, sammelten wir nun Ideen für die Berichterstattung rund um die Europawahlen im kommenden Jahr. Am Ende diskutierten wir verschiedene, innovative Ideen – ihr solltet einige davon schon bald in den verschiedenen Magazinen wiederfinden! Für uns stand nämlich fest, wann die Berichterstattung beginnen sollte: jetzt sofort.

Als jemand, der zuvor nichts mit JEF zu tun gehabt hatte, konnte ich gar nichts anders, als schließlich für das Magazin rekrutiert zu werden. Ich freue mich darüber, dass ich mich bei JEF inzwischen nicht länger als „Outsider“ bezeichnen kann!

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