Historischer Abriss über das DFJW

, von  Anaïs Guerry, Ubersetz von Ulrike Papendieck

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Historischer Abriss über das DFJW

Das Deutsch-Französische Jugendwerk wurde im Anschluss an den am 22. Januar 1963 von Charles de Gaulle und Konrad Adenauer unterzeichneten Elysée-Vertrag gegründet. Ziel dieses Vertrages war eine deutsch-französische Zusammenarbeit in den Bereichen Verteidigung, Auslandspolitik (vordergründige Bereiche zu Zeiten des Kalten Krieges) sowie Bildung zu erschaffen. Hieraus resultierte im selben Jahr die Gründung des DFJW, das zum Aufbau und zur Unterstützung des deutsch-französischen Austausches in Schulen, Kultur- und Sportvereinen sowie in Lokalstrukturen beiträgt.

Anlässlich des 40. Jahrestages der Vertragsunterzeichnung im Jahr 2003, erklären Günter Gloser und Jean-Pierre Jouyet, Generalsekretäre für die deutsch-französische Zusammenarbeit, den 22. Januar zum „Deutsch-Französischen Tag“. Sie appellieren an Schulen und Betriebe in Aktion zu treten, um an die deutsch-französische Zusammenarbeit und deren Erfolge zu erinnern. Die Rolle und Bedeutung des DFJW, das mit seiner großen Bandbreite an Programmen und Projekten dazu beiträgt, die deutsche und französische Sprache sowie die Kultur im jeweiligen Nachbarland voranzubringen, wird bestätigt.

Funktionsweise des DFJW

Das DFJW ist eine unabhängige internationale Organisation, an deren Spitze ein Verwaltungsrat steht. Vorsitzende des Verwaltungsrates sind die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Ursula von der Leyen, und die französische Ministerin für Gesundheit, Jugend und Sport, Roselyne Bachelot-Narquin. Ausführendes Organ des Verwaltungsrates sind die Generalsekretäre. Das DFJW wird von zwei Generalsekretären beider Länder, derzeit Dr. Eva Sabine Kuntz und Max Claudet, geleitet. Sie setzen die Entscheidungen und Vorgaben des Verwaltungsrates um, dessen Vorsitz die beiden Ministerien für Jugend innehaben. Das Jahresbudget in Höhe von 20 Millionen Euro, welches dem DFJW von der deutschen und französischen Regierung zur Verfügung gestellt wird, ermöglicht es jährlich 200.000 Jugendlichen an Austauschbegegnungen und Programmen teilzunehmen.

Die Programme des DFJW

Das DFJW arbeitet nach dem Prinzip der Subsidiarität mit zahlreichen Partnern zusammen. Ziel ist es, die Beziehungen zwischen Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und für die Jugendarbeit Verantwortlichen in beiden Ländern zu vertiefen. Zu diesem Zweck trägt es dazu bei,

• die Kultur des Nachbarlandes zu vermitteln. • das interkulturelle Lernen zu fördern. • bei der beruflichen Qualifizierung zu unterstützen. • gemeinsame Projekte für bürgerschaftliches Engagement zu stärken. • für die besondere Verantwortung Deutschlands und Frankreichs in Europa zu sensibilisieren. • die Neugier auf die Partnersprache zu wecken und zu vertiefen.

Das DFJW unterstützt seine Partner bei finanziellen, pädagogischen und sprachlichen Fragen des Austauschs. Es leistet Hilfe bei der inhaltlichen Vorbereitung und Analyse von Begegnungen, informiert und berät. Dabei greift das DFJW immer wieder aktuelle Themen auf, die die Jugend in beiden Ländern bewegen (Integration, bürgerschaftliches Engagement, Jugendkultur, Zukunft Europas, wissenschaftlich-technische Themen...).

Hier ist eine Liste von Programmen die von dem DFJW gefördert werden: • Schüleraustausch: 3.000 Begegnungen von Schulklassen mit über 130.000 Schülern. 2.700 Schüler im individuellen Austausch (Voltaire- und Sauzay-Programme); Lehrerfortbildungen im Bereich der Austauschpädagogik.

Außerschulische Jugendbegegnungen: 1.000 Programme mit über 23.000 Teilnehmern: Durchgeführt von Jugendverbänden, Städtepartnerschaftskomitees, Sportvereinen und Vereinen aus dem musischen und kulturellen Bereich und Programme zu wissenschaftlichen und technischen Fragestellungen. Über 400 Jugendliche erhalten jährlich ein Stipendium im Rahmen des Programms „In Frankreich unterwegs/Destination Allemagne“ (Projektstipendium, Job in der Partnerstadt oder Sprachkurs).

Studentenaustausch: 185 Programme mit 3.000 Studenten: binationale Seminare und Workshops. 500 Stipendien für deutsch-französische Forschungsvorhaben, deutsch-französische Projekte und Praktika im Rahmen des Studiums, 30 Stipendien für Studienaufenthalte an Kunst- und Musikhochschulen.

Auszubildende, junge Arbeitssuchende, junge Berufstätige: 500 Begegnungen mit 10.000 Jugendlichen: Berufsschulen, Handwerk, Landwirtschaft, berufliche Eingliederungsprogramme für junge Arbeitslose, Fortbildung junger Berufstätiger aus verschiedenen Bereichen. Rund 600 Stipendien für Praktika während der beruflichen Erstausbildung und 50 Teilnehmer am Programm „Arbeit beim Partner“.

Erlernen der Partnersprache: Über 80 Kurse zur Ausbildung von Sprachanimateuren, Gruppendolmetschern und Lehrern, außerschulische Sprachkurse und sprachliche Vorbereitung des Austauschs. Über 170 individuelle Sprachkursstipendien für Jugendliche zur Vorbereitung eines Austauschs sowie Gruppenleiter und Verantwortliche von binationalen Begegnungen. Unterstützung beim frühzeitigen Erlernen der französischen oder deutschen Sprache durch über 300 Sprachkurse, an denen über 2.700 deutsche und französische Kinder in Kindergärten, AGs, Spielgruppen oder Kursen der Partnerschaftskomitees teilnehmen. Herausgabe von zwei- und dreisprachigen Glossaren (u.a. Integration und Chancengleichheit, Küche und Fußball).

Pädagogik des interkulturellen Lernens: 140 bi- und trinationale Aus- und Weiterbildungsprogramme zu Themen interkultureller Pädagogik mit rund 1.700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. 100 Grundschullehrer, die am deutsch-französischen Grundschullehreraustauschprogramm teilnehmen. Erarbeitung von pädagogischem Material und begleitende Forschung.

Zukunftswerkstatt: über 40 thematische Begegnungen, Organisation von Eigenveranstaltungen, Information von Jugendlichen und Multiplikatoren u.a. über die 87 DFJW-Infotreffs in Deutschland und Frankreich, Öffentlichkeitsarbeit.

Medien- und Pressearbeit: Medien und Presse, thematische Journalistenseminare, Radioworkshops und Stipendien für junge Journalistinnen und Journalisten.

Drittländerprogramme: 219 trilaterale Begegnungen mit 7.700 Jugendlichen und Multiplikatoren aus Deutschland, Frankreich und Drittländern; schwerpunktmäßig mit den Ländern Mittel- und Osteuropas (MOE), Südosteuropas (SOE) sowie den Ländern des Mittelmeerraums.

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