Gibt es wirklich keine Alternative zum Euro? Natürlich gibt es diese: sie heißt Zerschlagung der Währungsunion. Eine neue Partei will nun mit diesem Programm in den Bundestagswahlkampf ziehen. Wer steht hinter der Alternative für Deutschland (AfD), und hat sie eine reale Chance, sich durchzusetzen?

Und die nächsten zehn Milliarden Euro gehen an – Trommelwirbel – Zypern! Ungefähr drei Jahre nach dem ersten Euro-Rettungsprogramm für Griechenland, wurde diesen Samstag nun das nächste Paket, dieses mal für die Mittelmeerinsel geschnürt. Im Vergleich zu den bisher schon insgesamt reservierten 500 Milliarden Euro zu Euro-Rettung, erscheint das letzte Paket fast lächerlich klein.

Doch inmitten einer sich leicht entspannenden Eurokrise facht es in Deutschland wieder die Debatte an, warum man denn das gute Geld des deutschen Steuerzahlers für andere, nicht erfolgreiche und vielleicht sogar korrupte Staaten zur Verfügung stellt. Innerhalb Deutschlands wurde dies auch nach drei Jahren noch nicht ausreichend erklärt, und Angela Merkels Behauptung, der Euro sei ohne Alternative, stößt vielen Bürgern derzeit bitter auf. Warum gibt es keine Alternative? Was hat der Euro uns bisher gebracht, außer Verlusten und höheren Preisen?

Die neue Kraft: Die Alternative für Deutschland

Am 14.4.2013 will sich in Berlin die neue Partei Alternative für Deutschland (AfD) gründen, um auf genau diese Fragen eine Antwort zu definieren. Der Plan ist im Herbst zu den Bundestagswahlen anzutreten, spätestens jedoch zu den Europawahlen 2014. Endlich hat auch Deutschland seine eigene populistische Partei.

Die AfD ist eine Reinkarnation der „Bund freier Bürger“ aus den 1990ern. Während damals das Credo noch hieß „keine Einführung des Euro“, propagiert die neue Partei heute das Ende des Euro. Man positioniert sich gegen europäische Rettungsprogramme, da diese der erste große Schritt zur Transferunion seien. Warum dies schlecht sei, wird nicht gesagt. Auch wenn das Unterfangen von einer Vielzahl von Ökonomen unterstützt wird, hält man sich mit profunden Analysen stark zurück.

Man liebt vielmehr das simple Argument: Deutschland soll nicht zahlen, Deutschland soll blockieren, Deutschland soll die Zerschlagung des Euroraumes vorantreiben. Darüber hinaus sind noch andere attraktive Punkte im Programm, wie zum Beispiel ein Höchststeuersatz von 25%, eine geringere Belastung der Verbraucher bei der Energiewende, und mehr direkte Demokratie.

Feuerwerk der Worte, oder reale Chance?

Neben den Gründern, Ökonom Bernd Lucke, dem Publizisten und ehemalige „FAZ“-Redakteur Konrad Adam, und dem Publizisten Alexander Gauland haben sich schon eine Reihe namhafter Befürworter hinter der AfD versammelt. Für eine Kandidatur zur Bundestagswahl benötigt die Partei 2.000 Unterstützer in jedem Bundesland. Die Partei ist jedoch optimistisch, dies zu schaffen. Bei Facebook fand man binnen zwei Wochen mehr als 6.000 Unterstützer, und eine Umfrage der „Die Welt“ sieht ein Wählerpotential von 25% für europakritische Parteien.

Die Alternative für Deutschland könnte daher ein großes Gefahrenpotential für das Projekt Europa bergen. Treffpunkteuropa.de wird die Partei kritisch begleiten. Den Auftakt dazu bilden drei weitere Artikel in den kommenden zwei Wochen.

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