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Europa – frisch aus der Leitung

, von  Nathalie Bockelt

Ob aus der Flasche oder aus dem Hahn, ob gekühlt oder nicht, ob mit Kohlensäure oder ohne: zwei Liter Wasser soll der Mensch am Tag trinken, um gesund zu bleiben. Viele Personen greifen dabei auf die kostengünstige Variante Leitungswasser zurück. Dass dies bedenkenlos möglich ist, garantiert die Europäische Union.

Europa kommt auch aus dem Wasserhahn. – Foto: „grifo“ © srzozo / Flickr (https://www.flickr.com/photos/srzozo/12466487124) / CC BY-NC-SA 2.0-Lizenz (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/legalcode)

Autoren

  • ist Studentin der Politikwissenschaften und American Studies an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seit drei Jahren ist sie regelmäßig als freie Mitarbeiterin in Print- und Online-Journalismus tätig. Inhaltlich gilt ihr besonderes Interesse dem politischen System der USA und der europäischen Integration.

Hohe Qualitätsanforderungen

Seit 2003 stellt die Trinkwasser-Richtlinie 98/83/EG des Europäischen Rates sicher, dass europäische Bürger jederzeit gesundheitlich einwandfreies Wasser aus dem Hahn beziehen können. Die Europäische Union setzt hierbei hohe Standards an das Trinkwasser. Es muss genusstauglich und rein sein und darf dementsprechend Krankheitserreger oder andere Stoffe nur in Konzentrationen enthalten, die nachweislich und langfristig nicht die Gesundheit schädigen. Die einzelnen Mitgliedsstaaten haben die EU-Richtlinie mittlerweile alle in nationales Recht umgesetzt und dabei zum Teil noch strengere Anforderungen formuliert. Die deutsche Trinkwasser-Verordnung etwa nennt 53 mikrobiologische, chemische und physikalische Stoffe, deren Menge im Trinkwasser stets kontrolliert werden muss.

Es ist die dabei die Aufgabe der regionalen Wasserversorgungsunternehmen, die einwandfreie Qualität unseres Trinkwassers sicherzustellen. Dies beinhaltet auch die Durchführung regelmäßiger Kontrollen und Tests, um zu garantieren, dass die gesetzlich festgelegten Grenzwerte eingehalten werden. Viele Versorger haben sich zudem freiwillig dazu verpflichtet, auch Rückstände von Medikamenten oder Hormonen im Wasser zu untersuchen. Für diese schreibt die Trinkwasser-Verordnung bislang keine Höchstwerte vor. Die Konzentrationen dieser Stoffe sind allerdings derart gering, dass man auch bei lebenslangem Konsum von Leitungswasser keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen fürchten muss.

Der lange Weg in die Leitung

Das deutsche Trinkwasser stammt zu 70 Prozent aus Grund- und Quellwasser, der übrige Anteil wird aus See-, Talsperren- und Flusswasser sowie aus Oberflächenwasser, wie etwa der Ruhr oder dem Rhein, gewonnen. Danach wird es in Wasserwerken von Verunreinigungen befreit; zudem werden Schadstoffe und Krankheitserreger herausgefiltert. Anschließend wird das gereinigte Wasser in die Wasserleitungen eingespeist.

Das Resultat ist klares, gesundheitlich unbedenkliches Wasser, das im Alltag vielseitig eingesetzt werden kann. In Deutschland sind das pro Tag und Person rund 122 Liter, was leicht unter dem EU-Durchschnitt liegt. Der größte Anteil des Trinkwassers wird für die Körperhygiene, die Toilettenspülung und zum Waschen benutzt. Weniger als fünf Liter werden dagegen zum Kochen und Trinken verwendet. Wirklich gleich schmeckt Leitungswasser übrigens nirgendwo. Je nach Region variiert der Geschmack, da unterschiedliche Mengen an Mineralien im Wasser gelöst sind.

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