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Weißrussische Utopie Беларуская ўтопія

, von  Horia-Victor Lefter, Übersetzt von Franziska Lepthien

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In der morgendlichen Finsternis des 20. Dezembers 2010 verbreitete sich die Neuigkeit in Lichtgeschwindigkeit. Sie begann den weißrussischen Himmel zu erhellen, noch bevor sie den Rest Europas erreichte. Die Welt nahm die Neuigkeit, dass Alyaksandr Ryhoravich Lukaschenka nicht mehr an der Macht war, mit Verblüffung und Freude auf.

Autoren

  • Horia-Victor Lefter, 26 ans, étudiant en Master d’Histoire à Bordeaux. Après des études de doit européen et science politique, il se penche aujourd’hui sur les élections dans le Royaume des Deux Nations (formé du Royaume de Pologne et du Grand Duché de Lituanie) au XVIIIe siècle. Il travaille comme journaliste et analyste politique indépendant, étant régulièrement consulté par la BBC et Voice of Russia. Enfin, membre de plusieurs organisations et associations.

  • 23 Jahre, Studentin des deutsch-französischen Masters Internationale Wirtschaftsbeziehungen“, in Freiburg i.Br. / Paris.

Schlagwörter

Machtwechsel in Weißrussland!

Die Jubelschreie in weißrussisch, untermalt von den öffentlich gezeigten weiß-rot-weißen Fahnen, veranschaulichten wie groß die Freude vieler Weißrussen war, sich frei zu ihrer Sprache und Kultur bekennen zu dürfen.

Zum ersten Mal seit 1994 fanden am Vorabend in WeißrusslandPräsidentschaftswahlen nach demokratischen Richtlinien und unter Beachtung des politischen Pluralismus – nach den von der Europäischen Union geforderten Richtlinien – statt. Zahlreiche innovative Elemente prägten die Wahlkampagne: Neben einer Fernsehdebatte zwischen den zehn Kandidaten wurde auch das Thema Homosexualität angeschnitten. Ein Russe betont hierzu in Weißrussland: „Ja, auch hier gibt es Schwule“.

Weltweit beeilten sich die Regierungschefs, die einen nach den anderen, ihre Anerkennung über den Sieg auszusprechen. Allen voran die Russische Föderation, gefolgt von den Vereinigten Staaten und den Mitgliedern der Europäischen Union unisono. Bereits vor den Wahlen sprach man sich im internationalen Zusammenhang für einen Präsidentschaftswechsel in Weißrussland aus. Ausgenommen vielleicht Silvio Berlusconi, Ministerpräsident der Italienischen Republik.

Nicht außer Acht gelassen werden sollte jedoch, dass sich bestimmte Dinge in einem Land, in dem die Todesstrafe noch existierte und Regimegegner bis dahin inhaftiert wurden, vielleicht nie ändern werden. Beispiele finden sich in der Architektur, wie es uns eine Amerikanerin, die in Minsk lebte, berichtet. Ein Deutscher teilt nach fünf Jahren in Minsk nur teilweise seine Eindrücke, denn für ihn, wie auch für viele andere, besteht das Bedürfnis nach Veränderung.

Aus dem Traum gerissen.

Doch hier klingelt der Wecker und der Traum verfliegt, übrig bleibt nur ein Hoffnungsschimmer. Ob es eine Veränderung geben wird und wie sehr diese von den Weißrussen gewollt ist, fragt sich David Marples, der bekannteste Weißrussland-Experte. Vorerst ist Präsident Alyaksandr Ryhoravich Lukaschenka noch an der Macht.

In der Hoffnung auf bessere Zeiten, laden die Jungen Europäischen Föderalisten (JEF) euch herzlich ein, im Rahmen der Aktion „Free Belarus“ die Spezialausgabe unseres Magazins (erhältlich in vier Sprachen) online zu verfolgen. Experten erklären euch die aktuelle Situation in Weißrussland anhand politischer sowie kultureller Aspekte. Begleitet wird dies von Berichten weißrussischer und ausländischer Zeugen, die in Minsk oder Homel gelebt haben. Und denken wir auch an diejenigen, die sich nicht frei äußern können, da ihnen droht „inhaftiert oder als Staatsfeind denunziert“ zu werden. Junge Europäer, knebelt eure Statuen und lasst die Bilder für euch sprechen!

Im Namen der Jungen Europäischen Föderalisten wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen und Entdecken der weißrussischen Welt! Дзякую! Паспяховай Вам маніфестацыі за Вольную Беларусь!

Die Themenwoche auf treffpunkteuropa.de begleitet die europaweite JEF-Aktion „Gebt der Demokratie eine Stimme“, für freie Wahlen in Weißrussland.

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P.S.

Titelbild: Free Belarus Action 2010 - Bordeaux

Photograph: Kevin Perrottet

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