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Rolands Broks: „Sport hat die Kraft, die Welt zu verändern“

Interview mit Roland Broks, Minister für Sport, Bildung, Wissenschaft, Jugend und staatliche Sprachpolitik der Republik Lettland. Vorsitzender des Lettischen Nationalen Sport Ausschusses.

, von  Sport et citoyenneté, übersetzt von Pia Hilfert

Alle Fassungen dieses Artikels: [Deutsch] [English] [français]

Roland Broks, Minister für Sport, Bildung, Wissenschaft, Jugend und staatliche Sprachpolitik der Republik Lettland, im Interview zur Rolle des Sports für die Gesellschaft und den Wert internationaler Kooperation.

Rolands Broks, lettischer Minister für Sport, Bildung, Wissenschaft, Jugend und staatliche Sprachpolitik – © Sport et citoyenneté

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Wie würden Sie die Relevanz und Rolle von Maßnahmen der Regierung bezüglich Sport beschreiben?

Roland Broks: Die Rolle des Staates ist es, in Kooperation mit den unabhängigen Sportorganisationen, sicherzustellen, das der Sport zum Wohl der Gesellschaft beiträgt. Viele Vorteile werden vom Sport erwartet: die Verbesserung der öffentlichen Gesundheit, des sozialen Zusammenhalts bishin zur potentielle Integration der Gesellschaft. Gleichzeitig schätze ich den Beitrag des Sports zur Erziehung und Bildung, seine wirtschaftliche Relevanz und andere Vorteile.

Wir teilen Ihren Enthusiasmus für Sport; nichtsdestotrotz denken Sie persönlich, dass er wirklich seine Versprechen hält? Teilweise ist Sport auch ein Ausdruck von Gewalt, Rassismus...

Roland Broks:Ich habe erwähnt, dass eine mögliche Rolle des Sports die Bereitstellung dieser Vorteile ist. Natürlich kann es auch negative Nebenwirkungen haben: Doping, Gewalt, Diskriminierung... Sport reflektiert die Gesellschaften, in denen er ausgeübt wird; er kann positive und negative externe Effekte haben; aber gleichzeitig kann Sport die Gesellschaften, in denen er ausgeübt wird, positiv beeinflussen und tut dies auch. Wenn wir positive Auswirkungen für die ganze Gesellschaft erwarten, müssen wir positive Werte in den Sport investieren, mit Sportorganisationen kooperieren und Idole haben, um das Interesse für Sport bei den jüngeren Generationen zu wecken. Auch Investionen in die Sportinfrastruktur sind grundlegend. Ich kann sagen, dass in Lettland viel getan wurde um diese Ziele zu erreichen. Eins der hervorragenden Beispiele sind die gewonnen Medallien in den letzten olympischen Spielen. Lettland führt in Bezug auf gewonnene Medallien pro Einwohner. Die Sportbewegung, sowie die öffentliche Verwaltung müssen sich um die investierten Ressourcen sorgen. Die für den Sport Verantwortlichen sind dafür verantwortlich und haben auch die Möglichkeiten sicherzustellen, dass er auf soliden ethischen Werten basiert.

Was ist oder sollte die Rolle der internationalen Kooperation in diesem Prozess sein?

Roland Broks:Internationale Kooperation ist wirklich sehr wichtig. Zum Beispiel spielt sie innerhalb des Europarats eine anerkannte Rolle. Zusammen mit der europäischen Sport-Charta, die Richtlinien zur Entwicklung von Sportpolitik enthält, wurde ein Grundlagenwerk zur Sportethik verabschiedet. Heutzutage führt das Enlarged Partial Agreement on Sport (EPAS) [paneuropäisches Netzwerk im Bereich des Sports - Anmerkung der Redaktion] die Arbeit des ehemaligen Comité pour le Développement du Sport (CDDS) [ehemaliger Lenkungssausschus für die SPortförderung - Anmerkung der Redaktion] fort. Übrigens war die erste Ministerkonferenz, die von der EPAS organisiert wurde (2008) der Sportethik gewidmet und die meisten Aktivitäten der EPAS haben mit Sportethik zu tun. Die EU, die ihre Kompetenz für Sport erst seit kurzer Zeit hat, und sich früher vor allem auf die Probleme hinsichtlich der Durchsetzung der Wettbewerbsfreiheit und Freizügigkeit konzentriert hat, fokussiert sich jetzt mehr und mehr auf die Werte des Sports, wie sie in der kürzlich erschienen Mittelung der Kommission beschrieben werden. Die Bemühungen des Europarates und der EU im Sport haben den zusätzlichen Wert aufgezeigt und das Teilen von ’Good Practice’ unter den Ländern sichgestellt. Es gibt viele Dinge, die wir nicht alleine tun können. Kooperation und Solidarität sind die Schlüsselwörter für eine Win-Win Lösung im Sport, sowohl auf politischer Ebene als auch in der Praxis.

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P.S.

www.izm.gov.lv

Sport et Citoyenneté der erste europäische Think-Tank im Bereich des Sports.

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