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Die AfD will den Euro abschaffen. Was wären die Folgen?

Die Währungspolitik der „Alternative für Deutschland“ analysiert. Serie „Akte AfD“ 2/4

, von  Claudio Zeitz

„Deutschland braucht den Euro nicht“, so verkündet es die „Alternative für Deutschland“(AfD). Die Partei, die sich am 11. März in Berlin erstmals der Öffentlichkeit präsentierte, will die Euroskeptiker vereinen und spricht sich für einen Austritt Deutschlands aus der Gemeinschaftswährung aus. Liegt in „weniger Europa“ die Lösung der europäischen Krise?

Braucht Deutschland den Euro? – Bestimmte Rechte vorbehalten von matthingham

Autoren

  • Claudio Zeitz (24) hat Volkswirtschaftslehre an der Uni Marburg und der Pennsylvania State University im Bachelor studiert und macht gerade Praktika, bevor es mit dem Master losgeht. Zur Zeit absolviert er ein Praktikum im Europäischen Parlament.

Es gibt keinen Weg zurück

Was würde geschehen, wenn die gemeinsame Währung abgeschafft wird? Wenn nicht nur Griechenland, sondern auch Deutschland und andere Länder den Euro verließen – oder würde das auch den Austritt aus der EU bedeuten? Im Zuge der Eurokrise ist das europäische Projekt einer gemeinsamen Wirtschafts- und Währungsunion in die Kritik geraten. Bei all den Rettungsschirmen und Milliardenbürgschaften wirkt es verlockend, aus der Nummer wieder auszusteigen.

Einfach die Uhr zurückdrehen ist jedoch nicht möglich. Wie Wolfsheim so erfolgreich sang „Immer vorwärts Stück um Stück, es gibt keinen Weg zurück“. Es reicht deshalb nicht aus, auf die Konstruktionsfehler des Euro hinzuweisen. Ein schlichtes „Pro und Contra Euro“ genügt nicht. Vielmehr müssen heute Kosten und Nutzen eines Austritts kalkuliert werden.

Die AfD fordert Staatsinsolvenzen – trotz verheerender Folgen

Während die AfD die Risiken einer Renationalisierung der Eurozone für vertretbar hält, rechnen die meisten Ökonomen und Politiker mit gewaltigen Verwerfungen auf den Finanzmärkten und in der Realwirtschaft. So schwebt über allen Überlegungen hierzu das Chaos, auch wenn die AfD sich alle Mühe gibt, ihre Ideen als „ordentliches“ Verfahren zu präsentieren. Ein Auseinanderbrechen des Euroraums und die Rückkehr der nationalen Währung würde die Staatsinsolvenz einiger Länder mit einschließen. Dafür spricht sich die AfD explizit aus. Deutsches Vermögen in den Krisenländern würde vernichtet, Banken gerieten erneut ins Strudeln. Die Folgen für die Wirtschaft: verheerend.

Bisher geleistete Hilfszahlungen (Griechenland) wären vermutlich verloren, riesige Bürgschaften (im Zuge von ESM und EFSF) dürften fällig werden. Die „Target-Salden“ wären wohl verloren oder würden massiv an Wert verlieren. Exporte in die vormalige Eurozone dürften einbrechen, Deutschlands Wirtschaft ebenfalls.

Hierbei herrscht ein erstaunlicher Konsens über Parteien, Institute und Denkschulen hinweg: Nicht nur CDU-Fraktionschef Volker Kauder, sondern auch Gustav Horn, Leiter des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung, ist sich sicher, dass die Folgen eines Euroaustritts für Deutschland verheerend wären.

Das Ringen um mehr Wettbewerbsfähigkeit

Doch vermutlich geht es der AfD vor allem um die „lange Frist“, von der Ökonomen so gerne reden. Nehmen wir also einmal an, die Risiken seien beherrschbar, ein „ordentliches Verfahren“ möglich. Was wäre der langfristige Nutzen der Rückabwicklung des Euro?

Die Euroskeptiker legen ihre Finger in eine Wunde, die die europäische Debatte derzeit dominiert wie kein anderes Thema: der Mangel an Wettbewerbsfähigkeit der Krisenländer. Tatsächlich kann eine Rückkehr auf den Wachstumspfad nur gelingen, wenn die Krisenländer Europas ihre Leistungsbilanzdefizite abbauen. Durch Leistungsbilanzüberschüsse kann die Verschuldung gegenüber dem Rest Europas und der Welt ja erst verringert werden. Der einfachste Weg – die Abwertung der eigenen Währung, die verbilligte Exporte zur Folge haben würde – ist durch die Gemeinschaftswährung verbaut. Dadurch bleibt nach Meinung konservativer Ökonomen nur der Weg der „internen Abwertung“ mit Hilfe einer Austeritätspolitik. Im Klartext: Es muss gespart werden.

Weil dies die Gesellschaften der Krisenländer bis an die Schmerzgrenze und darüber hinaus treibe, sei die Rückabwicklung des Euro für alle das Beste, sagt die AfD. Dass Griechenland durch einen Euro-Austritt aber wirklich geholfen wäre, glaubt wohl kaum jemand. Während seine Schulden weiterhin in Euro bezeichnet wären, müsste es mit einer sehr schwachen Drachme auskommen. Ein ausreichender Schuldenschnitt, wie auch immer dieser überhaupt umsetzbar wäre, würde zu einem tiefen Vertrauensverlust führen und Griechenland für etliche Jahre vom Kapitalmarkt abschotten. Wie das dem Land weiterhelfen soll, bleibt unklar.

Das Schwadronieren über den Euro-Austritt ist kontraproduktiv

Was die Ökonomen des AfD hierbei ebenfalls verschweigen, sind die Nachteile, die ein Euro-Ausstieg brächte. Wirtschaftsschwächeren Ländern bringt die Gemeinschaftswährung bessere Finanzierungsbedingungen an den Kapitalmärkten, da die Risikozuschläge und Wechselkursrisiken beseitigt sind. Das gilt natürlich nur dann, wenn die Anleger darauf vertrauen können, dass die Eurozone nicht morgen auseinanderfliegt. Die eigentliche Krise liegt nunmehr eben in diesem fehlenden Vertrauen.

Während die Europäische Zentralbank die Krise vorerst beruhigen konnte, indem ihr Chef Mario Draghi verkündete, alles Notwendige zu tun, um die Eurokrise zusammenzuhalten, heizen Austrittsforderungen die Krise an. Länder wie Spanien und Griechenland bekommen dann Schwierigkeiten, wenn ihre Risikoaufschläge in die Höhe schnellen. Die Forderung nach einem Austritt ist also Teil des Problems, nicht der Lösung. Ein Schwadronieren über einen griechischen Euro-Austritt ist kontraproduktiv. Selbst wenn es Griechenland weiterbrächte, würde schon die glaubwürdige Ankündigung eines Austritts die komplette Eurozone sprengen.

Deutschland profitiert vom Euro

Und auch Deutschland profitiert enorm vom Euro, das wird von euroskeptischer Seite gerne verschwiegen: Die gemeinsame Währung macht deutsche Waren im Ausland günstiger. Das wiederum steigert die Wettbewerbsfähigkeit auf den internationalen Märkten. Ein Austritt Deutschlands würde mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem ungemeinen Kursanstieg der Deutschen Mark führen. Das würde heimische Produkte gegenüber der Welt und auch gegenüber der Eurozone enorm verteuern. Unsere hochgehaltene Wettbewerbsfähigkeit wäre dahin.

Es lohnt sich, über Lösungswege aus der Krise zu streiten

Es zeigt sich: Die Abschaffung des Euro ist keine Lösung. Vielmehr stehen wir an einem Scheideweg, an dem wir uns entscheiden müssen zwischen „zurück in die Zukunft“ des 19. Jahrhunderts oder vorwärts in Richtung „Mehr Europa“. Dazwischen wird es nicht lange gut gehen. Lösungen, die derzeit auf Druck des Europäischen Parlaments diskutierten werden, umfassen Mechanismen, die überschuldete Länder auf nachhaltige Weise von der exzessiven Schuldenlast befreien sollen. Kernstück ist der vom deutschen Sachverständigenrat vorgeschlagene Schuldentilgungsfonds. Auch muss strukturell mehr getan werden, damit Europa einem „optimalen Währungsgebiet“ ähnlicher wird. Dazu zählen Transfermechanismen und eine Angleichung der Leistungsfähigkeit der EU-Länder.

Auch das deutsche Wirtschaftsmodell der Exportüberschüsse gehört auf den Prüfstand. Hierüber und über andere Lösungsvorschläge lohnt es sich zu diskutieren. Denn auch der weitere Weg Europas durch die Krise und darüber hinaus wird nicht einfach und ohne Risiken sein. Eine Rückkehr in die Kleinstaaterei aber ist keine Alternative. Deutschland braucht Europa und den Euro.

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Ihr Kommentar

  • Am 23. März 2013 um 19:30, von  Marcus Schmidt Als Antwort Die AfD will den Euro abschaffen. Was wären die Folgen?

    In der Tat, es gibt keinen eleganten Weg mehr heraus aus dem Euro-Dilemma. Dass das Währungsgebiet aufgelöst werden muss, steht für mich persönlich aber außer Frage. Das immer noch zwanghafte Festhalten am Status quo welches wir derzeit erleben ist in meinen Augen _die_ anti-europäische Politik schlechthin. Sie haben es bereits angeschnitten - der Schlüssel ist die Entwicklung eines „geordneten“ Konzepts für eine solche Auflösung. Es wäre die Pflicht der Regierungen gewesen, schon vor Jahren zu beginnen, viel Energie in die Erarbeitung eines solchen Planes zu investieren; passiert ist aber augenscheinlich nichts, zumindest ist der Öffentlichkeit nichts dergleichen bekannt gemacht worden. Die aus meiner Sicht vernünftigste Lösung ist die Aufteilung in einen Nord- und Südeuro, so wie sie auch von der AfD mitunterstützt werden würde. Damit würde man einerseits noch einen Teil der integrativen Kraft des Euros erhalten (falls es eine solche jemals gab, wofür es aber keine objektiven Belege gibt), und, ungleich wichtiger, gleichzeitig deutlich die wirtschaftliche Ausgangslage des Eurogebiets verbessern. Lassen Sie mich dies anhand einiger der von Ihnen genannten Punkte erläutern.

    Zunächst einmal gilt es die drei Facetten der Krise auseinanderzuhalten, die sich momentan überlagern: Einmal haben wir eine Staatsschuldenkrise, eine Bankenkrise und eine Zahlungsbilanzkrise. Letztere ist, wie sie selbst geschrieben haben, die ursächliche Natur der Eurokrise: Durch die verlorene Wettbewerbsfähigkeit der Peripherie sind enorme Ungleichgewichte in den Zahlungsströmen innerhalb der Eurozone entstanden, welche dann wesentlich durch Target-Kredit und Rettungspakete finanziert wurden - mit gigantischen Haftungsrisiken für die Kernländer, zum Großteil an den Parlamenten vorbei. Wohl noch nie in der Geschichte hat ein einzelnes Land wie Deutschland derart hohe Garantien für andere Länder ausgesprochen (derzeit haftet jeder Bundesbürger bereits mit knapp 10.000 EUR für die sogenannte Euro-Rettung, eine irrsinnige Summe). Der Wettbewerbsverlust fällt vor allem in die Anfangszeit des Euros, als die Südländer plötzlich viel günstigeren Kredit erhalten haben als jemals zuvor. In der Folge ist es zu gewaltigen Blasenbildungen im öffentlichen, im Immobilien- und im industriellen Sektor gekommen. Die Löhne haben enorm angezogen, die Produktionsbedingungen und die tatsächliche Produktivität sind aber nicht mitangestiegen und somit sind diese Länder nun deutlich zu teuer um mit dem Rest der Welt konkurrieren zu können. Was also an den durch die Gemeinschaftswährung erlangten „bessere[n] Finanzierungsbedingungen“ lobenswert sein soll, erschließt sich mir nicht: Dadurch dass die Anleger sich offenbar im großen Stile über die Geschäftsmodelle der südlichen Länder getäuscht hatten, ist es ja überhaupt erst zu dieser fatalen Entwicklung gekommen. Erst seitdem sich die Zinssätze wieder ausspreizen agieren die Märkte wieder objektiv und rational, so wie es ihrer Aufgabe entspricht. Dass die Zinsen einiger Länder jüngst wieder etwas zurückgegangen sind, liegt wohl hauptsächlich an den Interventionen EZB, die den Haltern der Staatspapiere garantiert hat, dass im Notfall ihre Anleihen immer mit dem Geld des europäischen Steuerzahlers zurückgekauft werden. Das hat nichts mehr mit Marktwirtschaft zu tun; es ist auch nicht unwahrscheinlich, dass das BVG im Rahmen des ESM-Verfahrens feststellen wird, dass diese Aktionen gegen das Europäische Unionsrecht verstoßen. Rechtsbruch und undemokratische Panik-Entscheidungen werden der Normalfall in Europa.

    Durch die nun betriebene Austeritätspolitik ist seit dem offenen Ausbruch der Krise vor drei Jahren nun aber so gut wie gar nichts geschehen um die Löhne wieder auf ein angemessenes Niveau zu drücken, mit Irland als einziger Ausnahme. Frankreich, Spanien und Italien sind nun mittlerweile 20% - 30% zu teuer, von Griechenland und Portugal gar nicht zu sprechen. Selbst nach dem offenen Ausbruch der Krise ist diese Tendenz des Preisniveaus in den meisten Krisenländern eher noch gestiegen, im besten Fall etwas stagniert. Es ist politisch schlicht unmöglich, durch Sparpolitik innerhalb des Euros Lohnsenkungen in diesem Umfang durchzuführen. Die Bevölkerung müsste mindestens ein Jahrzehnt mit Rezession und Massenarbeitslosigkeit kämpfen; Bürgerkriegs-ähnliche Zustände wären die Folge, wie man Sie ja schon ansatzweise in Athen gesehen hat. Man beachte die Analogie zur Weimarer Republik, als Deutschland wegen dem festen Wechselkurs nach dem Goldstandard ebenfalls nicht abwerten konnte. Und da dies so ist, sind auch die Verluste die bei einem Beenden der Währungsunion entstehen nur eine bloße formale Verbuchung: die Verluste sind real bereits eingetreten und würden nun nur nominell direkt sichtbar. Niemals aber werden sich die Peripherieländer innerhalb des Euros erholen können und die gezogenen Garantien vollständig zurückzahlen können. Dies ist ein geschichtlich eindeutiger Fakt.

    Die anderen Möglichkeiten wären die Schaffung einer dauerhaften Transferunion und starke Inflation in den Kernländern. Wir sehen mittlerweile ja bereits eine Mischung aus diesen drei Maßnahmen. Die beiden zuletzt genannten „Lösungs“ansätze tragen aber dann noch dazu bei, das Problem der internen europäischen Ungleichgewichte weiter zu zementieren. Vor allem werden Sie aber die Vermögen in den noch gesunden Ländern entwerten und die Wettbewerbsfähigkeit verschlechtern. Das Ergebnis wäre eine Eurozone, deren wirtschaftliche Stärke sich nach Ihren schwächsten Mitgliedern ausrichtet, nicht nach ihren stärksten. So werden wir auf Jahrzehnte Wohlstand einbüßen gegenüber dem was ohne Euro möglich wäre. Das ist das Gegenteil von einem starken, glücklichen und im friedlichen Europa, dass wir uns ja wohl hoffentlich alle herbeisehnen.

    Tatsächlich ist diejenige Lösung mit den wenigsten Nachteilen die Wiedereinführung flexibler Wechselkurse, d.h. mit kleineren Währungsgebiete, die näher am Optimum liegen. Die Länder bräuchten dann tatsächlich einen (partiellen) Schuldenschnitt. Solch ein Schuldenschnitt ist aber auch die einzig gerechte Lösung - die Inhaber der maroden Staatsanleihen, die nicht mehr bedient werden können müssen zur Kasse gebeten werden. Es kann nicht sein, dass sie ihre Fehlinvestitionen auf die noch solventen europäischen Steuerzahler abwälzen können! In der Tat hätten die betroffenen Länder dann zunächst Probleme am Kapitalmarkt. In dieser Phase könnte dann aber erstens die EU einspringen und Hilfen bereitstellen, die dann tatsächlich echte Solidaritätsleistungen wären. Zweitens würde im schwächeren Währungsgebiet schon bald wieder die Binnennachfrage anziehen und die Wirtschaft könnte wachsen. Den Leuten würde es nach einem bis anderthalb Jahren deutlich besser gehen. Das alles wäre trotzdem noch deutlich billiger als die jetzige Rettungspolitik. Momentan haben ja die Staatsanleiheninhaber und Banken noch fast keine Verluste einfahren müssen (es gab nur den Schuldenschnitt in Griechenland vor einem Jahr - weitestgehend unbemerkt, wenn man mal von Zypern absieht). Wenn nach einer Währungsabwertung dann hierzulande tatsächlich noch eine systemrelevante Bank ins Straucheln geraten sollte, kann man diese ja zur Not immer noch retten. Dazu muss man aber nicht die vollen Renditen der Gläubiger absichern und riesige Garantien für ganze Länder geben!

    Auch korrekt ist dass ein hypothetischer Nordeuro aufwerten würde, aber das soll er ja auch. Dadurch würde der Bevölkerung wieder eine gerechtere Kaufkraft zurückgegeben und der Export würde etwas zurückgehen (wie Sie halte ich nichts von exzessiven, permanenten Exportüberhängen). Deutschland war immer ein Aufwertungsland und konnte durch Innovation und Modernisierung glänzen. Mit dem momentan unterbewerteten Einheits-Euro als Währung kann Deutschland in der Tat sehr günstig exportieren - zu günstig. Das halte ich für maximal gefährlich. Denn so merken wir gar nicht einmal wie wir schon lange schleichend an Innovationskraft und Produktivität verlieren, da wir ja trotzdem massiv (auf Kosten des Südens) exportieren konnten. Und wenn der Nordeuro dann doch zu stark wäre kann man ja immer noch problemlos inflationieren. Demnach sollte so schnell wie möglich wieder eine Anpassung der Wechselkurse ermöglicht werden. Sonst drohen aus dieser einen verlorenen Dekade Europas bald noch viele mehr zu folgen. Italien und Frankreich waren vor dem Euro immer extrem konkurrenzfähig und haben der deutschen schwer Industrie zu schaffen gemacht und waren weltweit erfolgreich. Derzeit sehe ich aber alle Länder des Euros auf der Verliererseite; die Eurozone ist die am langsamsten wachsende Wirtschaftsregion der Welt. Niemals kann der vermeintliche Symbolwert der Gemeinschaftswährung dass auch nur ansatzweise ausgleichen.

  • Am 25. März 2013 um 21:14, von  rider650 Als Antwort Die AfD will den Euro abschaffen. Was wären die Folgen?

    Eine Währung, die in einem möglichst großen Gebiet akzeptiert wird, ist gut. Eine Währung, die inflationiert werden kann, ist schlecht, da Inflationierung Umverteilung von Vermögen bedeutet, und zwar hin zu denen, die das neue Geld drucken und denen, die es als erste bekommen, und weg von denen, die es als letzte oder nie bekommen. Ein großer Währungsraum mit einer einzigen inflationierbaren Währung ist besonder schlecht, da die Inflationierung allein aufgrund der Größe des Währungsraumes besonders lange und intensiv vonstatten gehen kann. Die Lösung wäre also eine einheitliche Währung, die nicht inflationierbar ist. Dies gab es bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts, nämlich Gold. Bei nichtinflationierbarem Warengeld wie Gold profitiert auch der kleinste Gehaltsempfänger vom allgemeinen Fortschritt, da jedesmal, wenn die Warenmenge im Vergleich zur Geldmenge steigt, auch sein Festgehalt mehr wert wird. Wenn also ein Unternehmer mehr Waren produziert und mehr Wert schafft, vergrößert er dadurch den Wert des Geldes, und jedermanns Geld wird mehr wert. Dies ist das genaue Gegenteil zur jetzigen Situation, in der die Staaten Papiergeldinflation und die Banken Buchgeldinflation betreiben und dadurch die kleinen Festgeldempfänger und Sparer betrügen! Der Euro ist also grundsätzlich von Übel, und sein Wert wird früher oder später wieder auf den inneren Wert einer Fiatnote zurückgehen - nämlich Null. Je länger dies herausgezögert wird, desto größer wird die Fallhöhe. Der Fall aber ist unvermeidlich.

    Was den politischen Teil von Europa angeht, muss man zunächst feststellen, daß Staaten grundsätzlich auf Zwang basieren. Ein König oder Diktator zwingt seinen Untertanen seinen Willen auf. In der Demokratie zwingt die Mehrheit der Minderheit ihren Willen auf. Dieser Zwang manifestiert sich in Gesetzen, die unter Gewaltandrohung und Gewaltanwendung durchgesetzt werden. Da Zwang und Gewalt grundsätzlich falsch und unmoralisch sind, sollte sich eine Gesellschaft hin zu mher Freiwilligkeit und weg von Zwang und Gewalt entwickeln. Also weniger Staat, weniger Gesetze, mehr Freiheit bei Verträgen, persönlicher Lebensgestaltung etc. Der erste Schritt in diese Richtung sind mehr und kleinere Staaten, mit unterschiedlicheren Gesetzen, Besteuerung etc., da Unterschiede und geringe Größe Wettbewerb fördern. Das Auswandern aus Staaten mit schlechteren Lebensbedingungen fällt bei geringerer Größe leichter, da nicht so große Entfernungen überwunden werdne müssen.

    Der Weg der EU ist genau der Entgegengesetze. Ein immer Größeres Gebilde mit immer mehr Macht setzt immer weitereichendere Gesetze gegen seine Untertanen mit Gewalt durch, raubt immer mehr Vermögen von seinen Untertanen. Die Lebensbedingungen werden immer weiter verschlechtert. Das einzige Argument für die EU, der Freihandel, ist ebenfalls nichtig. Freihandel ist der Naturzustand des Menschen. Ohne Regierungen und Staaten kann jeder mit jedem Handel treiben, völlig frei. Daß Staaten einem erst die Freiheit nehmen, um dann ach so gnädig einen Teil wieder zurückzugeben, in Form von Freihandelszonen etc., ist ein Propagandatrick, und kein Argument für die EU!

  • Am 1. April 2013 um 12:00, von  Gravityzero Als Antwort Die AfD will den Euro abschaffen. Was wären die Folgen?

    In dieser Krise sollte auch einmal die Rolle Deutschlands auf den Prüfstand. Durch unseren Außenhandelsüberschuss, hervorgerufen durch unsere niedrigen Lohnstückkosten, würgen wir die anderen Staaten gewissermaßen ab. Durch einen seit mittlerweile mehr als 10 Jahren währenden realen Einkommensverlust der festangestellten Arbeitsverhältnisse sind die Margen der exportierenden Industrie soweit gewachsen, das der Wettbewerbsvorteil nicht mehr durch eine Sparpolitik kompensiert werden kann. Es kann für einen Wirtschaftsraum wie Europa nicht förderlich sein, ein so starkes Wettbewerbsgefälle zu haben...nicht mit einer gemeinsamen Währung, die nur dann stabil ist, wenn die Situation in den Euro Ländern vergleichbar ist. das ist aber nicht der Fall... Der einzige Ausweg aus dieser Situation ist die „Verschlechterung“ der deutschen Wettbewerbsfähigkeit durch signifikant höhere Löhne. Dieses verteuert die Bezugskosten für deutsche Waren, schwächt die Exporte, erhöht aber gleichzeitig die Binnen Nachfrage. Leider wird aber durch Lobbypolitik und schwache Gewerkschaften genau dieses verhindert...

  • Am 10. April 2013 um 20:30, von  Nils Als Antwort Die AfD will den Euro abschaffen. Was wären die Folgen?

    Wieso schreibt man nicht fairerweise als letzten Satz „Europa und der Euro brauchen Deutschland“. Des weiteren wäre es doch grade toll, wenn durch den Euroaustritt Deutschland wie befürchtet an Wettbewerbsfähigkeit verliert. Folgerichtig müsste es doch dann allen anderen Ländern die unter dem deutschen Wettbewerbsvorteil leiden besser gehen. Also, nicht mehr zögern - endlich wieder Politik, die den Bedürfnissen der Menschen gerecht wird, und nicht primär den ideologisch verklärten Seifenblaseneuropäern.

  • Am 29. Juli 2013 um 11:48, von  h.richter Als Antwort Die AfD will den Euro abschaffen. Was wären die Folgen?

    Ein Leistungsbilanzüberschuss bedeutet eine zusätzliche Nachfrage, welche eine höhere Beschäftigung zur Folge hat. Die zusätzliche Nachfrage für Deutschland bedeutet aber gleichzeitig eine geringe Nachfrage in den Defizitländern. Ein Leistungsbilanzüberschuss führt zu einem Export von Arbeitslosigkeit und einem Import von Arbeitslosigkeit in den Defizitländern. In diesem Sinn hat Deutschland profitiert auf Kosten der Defizitländer. Deutschland hat aber auch mehr Waren produziert als konsumiert und somit unter seinen Verhältnissen gelebt. Länder mit einem Defizit müssen sich zwangsläufig verschulden, während die Überschussländer entsprechende Forderung aufbauen. Die Defizitländer können diese Schulden aber nur abbauen, wenn diese einen Überschuss erzielen. Die Rechnung geht auf Dauer nur auf, wenn die Leistungsbilanzen ausgeglichen sind. Deutschland müsste aufwerten und die Defizitländer abwerten, was leider nicht möglich ist. Eine Aufwertung macht Importe billiger. Diese fehlende Aufwertungsmöglichkeit stellt einen Verlust für Deutschland dar.

    Ergebnis: Deutschland hat nur scheinbar vom Euro profitiert. Realwirtschaftlich ist der Euro ein Verlustgeschäft.

  • Am 25. August 2013 um 12:43, von  Henrik Als Antwort Die AfD will den Euro abschaffen. Was wären die Folgen?

    Mich nervt, dass solche Artikel hier nicht zu einer offenen Diskussion beitragen, sondern schon von vorne herein ein Meinungsbild wiederspiegeln, wie man im ersten Absatz schon lesen kann, steht der EURO Austritt für „weniger Europa“. Das ist doch quatsch - es handelt sich nur um eine verdammt schlechte Währung, die abgeschafft werden muss. Darüber sind sich die meisten einig, die etwas von Wirtschaft verstehen. Man sollte bei Geld die Emotionen aus dem Spiel lassen.

  • Am 9. September 2013 um 23:51, von  R. Maris Als Antwort Die AfD will den Euro abschaffen. Was wären die Folgen?

    Marcus Schmidt (#1) ist leider einem Denkfehler verfallen. Ich zitiere zuerst: Die anderen Möglichkeiten wären die Schaffung einer dauerhaften Transferunion und starke Inflation in den Kernländern. Wir sehen mittlerweile ja bereits eine Mischung aus diesen drei Maßnahmen. Die beiden zuletzt genannten „Lösungs“ansätze tragen aber dann noch dazu bei, das Problem der internen europäischen Ungleichgewichte weiter zu zementieren. Vor allem werden Sie aber die Vermögen in den noch gesunden Ländern entwerten und die Wettbewerbsfähigkeit verschlechtern. Das Ergebnis wäre eine Eurozone, deren wirtschaftliche Stärke sich nach Ihren schwächsten Mitgliedern ausrichtet, nicht nach ihren stärksten. So werden wir auf Jahrzehnte Wohlstand einbüßen gegenüber dem was ohne Euro möglich wäre. (1) Auch korrekt ist dass ein hypothetischer Nordeuro aufwerten würde, aber das soll er ja auch. Dadurch würde der Bevölkerung wieder eine gerechtere Kaufkraft zurückgegeben und der Export würde etwas zurückgehen (2)

    In einer Währungsunion entspricht die Inflation in einer Teilregion nichts anderes als die Aufwertung einer Währung eines Landes (ohne Währungsunion). Konkret: Bei Lohn- und Preissteigerungen in einer Region werden Waren und Leistungen aus dieser Region für andere Regionen teurer => Wettbewerbsverminderung der Inflationsregion. Innerhalb der Region ändert sich relativ nichts. Aus anderen Regionen kann mehr eingekauft werden. Bei Aufwertung einer Währung gilt das Gleiche. Daraus folgt: Zitat (1) ist zu Unterpunkt Inflation im Widerspruch mit (2). Man kann es vergleichen mit „teure Regionen“ innerhalb eines Landes, z.B. Süddeutsche Metropolregionen, oder Norditalien. Dort wird gut verdient, und Preise sind hoch. Das funktioniert, weil die Produktivität auch hoch ist. Also Inflation ist OK. Der einzige Unterschied zu Währungsanpassungen ist: Bestandswerte (Vermögen/Schulden) verlieren an Wert. Ist das ein Problem? In der Regel haben weniger wohlhabende Leute eher weniger Ersparnisse oder netto Schulden (z.B. Hypothek), und Wohlhabende viele Ersparnisse. Insofern hat Inflation eine (gute) umverteilende, besser: nivellierende Wirkung.

    Noch etwas zu (1): Mit Inflation in den Kernländern werden mitnichten Ungleichgewichte zementiert. Denn wie gesagt: Inflation im Währungsverbund entspricht Aufwertung bei eigener Währung. Hauptsache: Inflation darf nur auftreten bei gleichzeitiger Senkung der Lohnstückkosten (Bedingung war in Südeuropa blasenbedingt nicht gegeben) oder um bestehende Ungleichgewichte abzubauen - wäre sonst identisch mit einer Aufwertung.

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