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Letzter Kommentar

  • Willkommen in Europa

    Vergangenen Donnerstag  10:43, von  Ludger Wortmann

    Lieber Jonas, vielen Dank für deinen Artikel. Man mag in diesen Auffanglagern vielleicht sogar die Einhaltung der Menschenrechte gewährleisten können, wenn sie von der EU geleitet werden, aber mir ist nicht klar, wie man verhindern soll, dass die libysche Version des IS oder das ägyptische Militär einfach drumherumstehen und die Leute aufhalten. Sie können nicht den ganzen Strand überwachen, die „Willkommenszentren“ aber schon. Außerdem ist fraglich, wie es denn weitergehen soll, wenn Menschen in diesen Zentren dann asylberechtigt sind. Nach der aktuellen Rechtslage, die ja im Moment kein Mitgliedstaat ändern will, kann man Asyl nur in dem Land beantragen, in dem man angekommen ist. Wenn man aber in Libyen angekommen ist, scheint mir das aussichtslos für Europa.

    So wäre hier mein Gegenvorschlag: Man lässt Frontex statt der Triton-Mission eine Neuauflage der Operation Mare Nostrum starten und Schiffbrüchige aus dem Wasser fischen (dafür sollte Frontex dann besser ausgerüstet werden) und richtet EU-verwaltete Auffanglager in Europa ein, in denen dann Menschen, sofern sie Asyl bekommen, nach einem Schlüssel auf die EU-Mitgliedsstaaten verteilt werden. Das Arbeits- und Ausbildungsverbot für Flüchtlinge schafft man ab, damit diese nicht mehr in dem Maße eine Bürde für die Aufnahmegesellschaft darstellen. Gleichzeitig könnte man ja Verpflichtungen zur Weiterbildung, zu Sprachkursen usw. überall da einführen, wo sie nicht schon existieren. Abschiebungen sind nur noch innerhalb eines bestimmten Zeitraums nötig, danach wird auch dann nicht mehr abgeschoben, wenn das Herkunftsland wieder sicher geworden ist, zumindest wenn sie hinreichend integriert sind.

    Mein Vorschlag würde sicher nicht alle Probleme lösen, aber wäre sicherlich besser als die aktuelle Lösung oder diese unrealistischen „Willkommenszentren“. Zwar würde durch meine Lösung der Anreiz für Schlepperbanden noch größer, aber wenn man Leute ohne Asylberechtigung relativ schnell abschiebt, spräche sich das ja vielleicht herum. Viele Leute sagen, man solle den Schlepperbanden das Handwerk nehmen, indem man einfach niemanden mehr aufnimmt, aber das ist wohl kaum mit Ethik oder den Menschenrechten vereinbar. Viele Grüße Ludger

  • 11 Orte in Europa, die ihr besuchen müsst

    Vergangenen Montag 14:12, von  Marcel Wollscheid

    Vielen Dank für das Lob, Christoph!

  • 11 Orte in Europa, die ihr besuchen müsst

    Vergangenen Sonntag  21:47, von  Christoph

    Cooles Projekt! Gefällt mir sehr. Vielen Dank an die Redaktion.

  • Albanien und die EU: ein umstrittener Kandidat will nach Europa

    5. April 2015  20:14, von  mengon

    Ja, es ist auch zum Heulen. Heul, heul, heul. Und ich bleib bei meiner Sichtweise in dieser Sache. Auch werde ich in Zukunft jede Möglichkeit die sich ergibt, gegen die Erweiterung der EU zu voten, wahrnehmen. Die EU vertritt nicht mehr die Belange der Durchschnittsbürger, sondern agiert abgehoben und bar jedweden Volkswillen seiner Bürger berücksichtigend. Nochmals ganz laut: Heul, heul, heul.

  • Albanien und die EU: ein umstrittener Kandidat will nach Europa

    5. April 2015  18:29, von  emil

    Heul doch Mengon

  • Baltikum: Im Schatten des Bären

    30. März 2015  00:07, von  Michael Vogtmann

    Viele Leute sind in der Tat schnell abgeschreckt wenn man Atomwaffen in die Diskussion einbaut, aber genau darum geht es ja - Abschreckung. Diese furchtbaren Waffen werden hoffentlich nie wieder nirgendwo eingesetzt, aber wie du sagst, sie haben immerhin seit 1950 dafür gesorgt, dass der kalte Krieg kalt blieb. Vielleicht sollten die Baltischen Staaten zusammen mit Polen selbst Atomwaffen entwickeln, vielleicht mit ein wenig britischer oder französischer Unterstützung.

    Die Sache mit der Europäischen Armee ist gut, aber man müßte zuerst eine Armee parallel zu den nationalen Armeen aufbauen. Und diese Armee sollte eben nicht für Auslandseinsätze genutzt werden, sondern primär für Verteidigung und Katastrphenschutz konzipiert sein. Außerdem könnte die Europäische Union dann eigene Atomwaffen entwickeln, deren Einsatz das Europaparlament beschließen müßte oder im akuten Angriffsfall ein Wehrkommissar. Mit Sicherheit wäre die Union dadurch auf der internationalen Bühne ein Akteur den man nicht leicht übergehen kann.

    Das schwierige an der aktuellen Russland-Situation ist zu unterscheiden zwischen Macho-Kraftmeierei einiger russischer Politiker und tatsächlichen Zielen von Vladimir Putin. Ich persönlich glaube einfach, dass die Ukraine die Rote Linie war bei der Putin das Gefühl hatte reagieren zu müssen. Wirklich viel gewinnen kann er in der Ukraine nicht. Eigentlich hat er schon verloren und die Ukrainer egal ob ethnische Russen oder Ukrainer verlieren mit ihm. Im Endeffekt profitieren doch wieder die USA durch den Konflikt, die Schwächung Russlands und den Bruch Europas mit Russland, der leider als Reaktion nötig war.

    Ich denke das Putin das Baltikum in Ruhe lässt, solange wir uns hier in Europa nicht selbst komplett zerlegen mit Le Pen in Frankreich, AfD in Deutschland und Beppe Grillo in Italien. Diser ganze nationalistische Streit und diese europäische Unkultur seit Ausbruch der Finanzkrise sind eine regelrechte Einladung für russische Expansionsgelüste, mögen sie nun reale Pläne in Schubladen oder feuchte Träume sein.

  • Baltikum: Im Schatten des Bären

    28. März 2015  16:10, von  Ludger Wortmann

    Lieber Michael, in der Tat ist es in Russland keine Mehrheitsmeinung, aber, nach Erfahrungen meiner in Russland lebenden Bekannten und nach allem, was man von einigen russischen Politikern hört, zumindest keine Meinung, die Schnappatmung und Entsetzen auslöst, sondern eher eine mögliche Ansicht, die man eben haben kann. Die Ukraine ist sicher ein spezieller Fall, aber auch das Baltikum gehörte lange zu Russland und war eine Quelle (groß-) russischen Stolzes. Natürlich würde man mit dem Brechen des Nordatlantikvertrages den roten Teppich für Invasoren ausrollen, aber das täte man vielleicht lieber, als in einen Krieg mit Russland über vermeintlich unbedeutende Länder zu geraten. Atomare Teilhabe ist eine nette Sache, allerdings werden die Raketen ja nicht von den teilhabenden Ländern, sondern den USA gesteuert, was dasselbe Problem aufwirft. Hätten wir ein europäisches Militär, dem dann die britischen & französischen Atomwaffen gehörten, sähe das ganze natürlich anders aus. Jedenfalls kann ich dir sehr darin zustimmen, dass nukleare Abschreckung eine sehr sinnvolle Sache ist. Erstaunlicherweise halten sehr viele Menschen nukleare Abschreckung für etwas, das gar nicht funktionieren kann, obwohl sie das schon seit 1950 tut. Mehrfache Overkill-Kapazitäten sind natürlicher völliger Kappes, da hast du recht.

  • Baltikum: Im Schatten des Bären

    28. März 2015  14:25, von  Michael Vogtmann

    Danke Ludger für deinen Beitrag. Ich habe im Artikel nicht unbedingt behauptet, dass Putin durch korrekten Umgang mit der russischen Minderherit „abgeschreckt“ werden würde, nur dass es ihm die Sache erschweren würde, die Minderheit zu instrumentalisieren.

    Ich muß dir aber wiedersprechen. Ich denke nicht, dass die meisten Russen glauben, dass „die baltischen Länder eigentlich zu Russland gehören“. Ich weiß nicht wieso du denkst, dass das Mehrheitsmeinung dort ist, vielleicht hast du viele russische Bekannte, ich habe nicht so viele. Jedenfalls denke ich nicht, dass man Baltikum und Ukraine einfach so in einen Topf werfen kann. Die Ukraine ist ein sehr spezieller Fall. Immerhin geht der nationale Gründungsmythos Russlands auf die Kiewer Rus zurück und du kannst davon ausgehen, dass für Nationalisten wie Herr Dugin, dieses Geschichtsdetail eine sehr wichtige Rolle spielt.

    Desweiteren spielt es keine Rolle, was westliche Großmächte wollen, denn sie haben sich in den NATO-Verträgen zum Beistand im Rahmen der kollektiven Selbstverteidigung verpflichtet. Klar, wenn es hart auf hart kommt, könnte man die Verträge auch brechen, aber dann rollt Europa endgültig den roten Teppich für jeden möglichen Invasoren aus. Deshalb sollten die Baltischen Staaten und Polen versuchen anstatt viele NATO-Truppen ins Land zu holen sich lieber paar Atomraketen auszuleihen. Für alle, die es nicht wissen in Belgien, Deutschland und Niederlande lagern je 20 Atomwaffen, in Italien und Türkei jeweils 90, alles keine Atommächte aber NATO-Staaten mit nuklearer Teilhabe. Der Besitz einer Atomrakete ist die deutlichste Botschaft der Stärke die man senden kann.

    Es gibt ein krasses Zitat von Charles de Gaulle über vernünftige atomare Abschreckung: „Ich glaube nicht, dass man ein Volk angreift, welches die Fähigkeit hat, 80 Millionen Russen zu töten, selbst wenn man 800 Millionen Franzosen töten könnte, vorausgesetzt es gäbe 800 Millionen Franzosen.“ Bemerkenswert finde ich das Zitat, weil abgesehen dass De Gaulle den Massenmord an Russen androht, er indirekt gleichzeitig auf das verrückte Wettrüsten zwischen USA und UDSSR anspielt, die zeitweise dermaßen viele Atomwaffen besaßen, um die Menschheit hunderte male auszulöschen, was völliger Nonsens war.

  • Juden in Europa: Bleibt!

    26. März 2015  23:18, von  Ludger Wortmann

    Liebe Eva, vielen Dank für diesen sehr wichtigen Artikel. Ich habe auch den Eindruck, dass Antisemitismus auf dem Vormarsch ist, insbesondere mit diesen abstrusen „Montagsdemos“ und „Friedensmahnwachen“, auf denen sich verschwörungstheoretische Spinner treffen und von der „Deutschland-GmbH“ und irgendwelchen „Rothschild-Weltherrschern“ faseln. Die Salafisten und andere islamistische Gruppen, die meinen, sie müssten muslimische Europäer in ihren geistigen Djihad mit hineinziehen, haben zusätzlich schädlichen Einfluss. Leider weiß ich nicht, wie man diesen Typen begegnen kann. Der Dialog funktionierte in meinem Falle überhaupt nicht, weil diese Leute in einer ideologisch selbstimmunisierten Phantasiewelt leben. Hast du irgendwelche Konzepte, wie man Verschwörungsideologen dazu bringt, rationalen Argumenten überhaupt zuzuhören? Viele Grüße Ludger

  • Baltikum: Im Schatten des Bären

    26. März 2015  23:11, von  Ludger Wortmann

    Lieber Michael, besten Dank für diesen Artikel. Es steht außer Frage, dass mit der russischsprachigen Minderheit im Baltikum wie auch mit allen anderen Minderheiten vernünftig und human umgegangen werden muss. Dass das allerdings Herrn Putin abschrecken würde, ist fraglich. Immerhin ist in der Ukraine Russisch die zweite Nationalsprache, ein Gesetzesvorhaben, diesen im Jahre 2012 eingeführten Status aufzuheben, ist gescheitert. Das hat Herrn Putin nicht daran gehindert, seine Truppen in den „Urlaub“ zu schicken. Dass es in Russland nicht unbedingt eine Randmeinung ist, dass die baltischen Länder eigentlich zu Russland gehören, ist bekannt. Putin selbst bezeichnete den Zusammenbruch der Sowjetunion als größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts. Dass in Russland Alexander Dugin, der vorgeschlagen hat, gleich ganz Europa zu erobern, eine große Prominenz besitzt, ist auch nicht neu. Es ist fraglich, ob ihre NATO-Mitgliedschaft die Balten wirklich retten würde. Immerhin leuchtet mir nicht ein, warum die westlichen Großmächte wegen dreier unbedeutender Länder einen Krieg mit Russland riskieren sollten. Will man also die Balten wirklich schützen, sollte man möglichst viele NATO-Truppen ins Baltikum schicken, damit jeder Angriff auf das Baltikum sofort alle wichtigen NATO-Staaten in einen Krieg hineinzöge. Diese Gefahr kann jede russische Aggression abschrecken, sodass es gar nicht erst zum Krieg kommen kann.

    Viele Grüße Ludger

  • Sechs Gründe für eine Europäische Armee

    26. März 2015  23:02, von  Ludger Wortmann

    Lieber Manuel, zwar existieren EU-Battlegroups, aber diese haben nur Bataillonsstärke und können lediglich 30 Tage lang operieren. Mit anderen Worten bringen sie gar nichts. Die europäischen Armeen unter ein gemeinsames Kommando zu stellen und sie danach organisatorisch zu integrieren ist etwas ganz Anderes. In der Tat gibt es in der EU eine Bündnisverpflichtung, aber diese beeinhaltet kein gemeinsames Kommando. Im Ernstfall würde also entweder nach dem Prinzip Hühnerhaufen verfahren und gar nichts passieren. Ich halte es für recht unwahrscheinlich, dass die EU oder NATO sich für Estland und Lettland, also jene beiden Staaten mit erheblicher russischer Minderheit, die viele russische Nationalisten als ihr Gebiet ansehen, einen großen Krieg mit Russland riskieren werden. Genau das müssten sie aber tun, um Russland abzuschrecken und dadurch zu verhindern, dass es zu einem solchen Angriff überhaupt kommt. Wären die europäischen Armeen integriert und überall in der EU stationiert, könnte man nicht anders als mit einem Angriff auf einen Mitgliedsstaat die gesamte EU anzugreifen und ließe es deshalb lieber bleiben. Natürlich wären die Verfassungsänderungen, die dafür notwendig wären, sehr weitgehend. Aber das schreckt mich als Föderalisten nicht unbedingt ab, immerhin hätte ich ja auch gerne eine europäische Verfassung. Was uns die Armee nutzen würde, hat David im Artikel ja erklärt. Besten Dank übrigens für den Link zu deinem eigenen Artikel! Viele Grüße Ludger

  • Sechs Gründe für eine Europäische Armee

    17. März 2015  11:35, von  Manuel Müller

    Wie unterscheidet sich die „europäische Armee der kleinen Schritte“ in Punkt 5 vom Status quo? EU-Battlegroups gibt es schon heute; Art. 42 Abs. 7 EUV verpflichtet die Mitgliedstaaten schon heute, „im Falle eines bewaffneten Angriffs auf das Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats [...] alle in ihrer Macht stehende Hilfe und Unterstützung“ zu leisten; eine Armee mit „freiwilligem Wehrdienst“ ist nichts anderes als eine Berufsarmee, wie sie in vielen Mitgliedstaaten üblich ist (in den anderen gibt es einen unfreiwilligen Wehrdienst).

    Die entscheidende Frage ist am Ende doch nur, wer nach welchem Verfahren über den Einsatz militärischer Mittel entscheidet. Solange ein Einsatz der gemeinsamen europäischen Truppen wie heute nur möglich ist, wenn alle nationalen Regierungen (und, nach den innerstaatlichen Verfassungsvorschriften, oft auch noch die nationalen Parlamente) zustimmen, wird die gemeinsame europäische Verteidigungspolitik ein Papiertiger bleiben. Sobald hingegen die Entscheidung über den Einsatz von militärischen Mitteln (bzw. die Feststellung des EU-Bündnisfalls) nach dem Mehrheitsprinzip fällt (ob durch Rat, Europaparlament oder Kommission), werden wir de facto eine europäische Armee haben und benötigen dafür nach dem Lissabon-Urteil nicht nur ein „umfassend geändertes“, sondern ein völlig neues Grundgesetz.

    Man kann das anstreben, zum Beispiel wenn man Angst hat, dass sich die einzelnen nationalen Regierungen im Fall der Fälle doch vor ihren Verpflichtungen aus Art. 42 Abs. 7 EUV drücken würden. Aber es ist jedenfalls ein sehr weiter Weg. Und ich weiß nicht, ob in der Zwischenzeit die europäische Armee wirklich das am besten geeignete Thema ist, um die Notwendigkeit eines überstaatlichen Föderalismus zu begründen.

  • Denkanstöße zu einer europäischen Zivilgesellschaft

    8. März 2015  12:25, von  duodecim stellae

    Ganz toller Artikel! Gehe hundert Prozent d’accord, aber meiner Meinung nach reicht es nicht aus, wenn sich nationale Medien stärker auf EU-Berichterstattung konzentrieren. Wir brauchen wirklich europäische Medien, die in verschiedenen Sprachen in der gleichen Art und Weise über Inhalte Berichten, wie Arte oder Euronews, um eine wahrhaft europäische Öffentlichkeit und Identität zu fördern.

    Treffpunkt Europa sollte hier auch versuchen in allen vier Sprachen einheitlicher zu Berichten. Das ist ein gewisser Koordinationsaufwand und setzt Mehrsprachigkeit der Involvierten voraus, aber wer sich wirklich als europäischer Föderalist sieht, kann sich nicht einfach damit zufrieden geben Deutsch und Paar Brocken Englisch zu sprechen. Kollektive Identität läuft über gemeinsame Kommunikation und Kommunikation läuft über Sprache.

    Man sollte wirklich versuchen mindestens drei europäische Sprachen zu beherrschen. Die größten Sprachgemeinschaften in Europa sind die deutsche, französische, englische, italienische, kastilische, polnische, rumänische und niederländische (ungefähr in dieser Reihenfolge). Da sollte es doch möglich sein drei davon zu lernen. Wer sich mit der Ausprache im Französischen schwer tut, dem kann ich Italienisch wärmstens empfehlen.

    Also der Staat kann, wenn er das Thema Europa als Zukunftsthema begreift hier absolut was tun. Finanzielle Förderung gesamteuropäischer Medien und mehr Geld in die Sprachförderung stecken. In der BRD sind hier vor allem die Bundesländer stärker gefragt, um Sprachen und Austausch bereits in der Schule stärker zu fördern!

  • „Die Europäer sind gefordert“

    2. März 2015  23:34, von  Ludger Wortmann

    Lieber Alexander, du hast auf ganzer Linie Recht. Viele Grüße Ludger

  • „Die Europäer sind gefordert“

    28. Februar 2015  15:12, von  Alexander Peters

    WUNSCH UND WIRKLICHKET, 2)

    (Forts.)

    1989/ 91 erhielten die Europäer die Chance zur Wiedergewinnung ihrer 1945 verlorenen politischen Unabhänggigkeit. - Sie haben sie sinnlos vertan. Anstatt die politsche Union zügig voranzutreiben, zogen sie sich - gerade auch Schröder-/Merkel-Deutschland - in die nationale Selbstzufriedenheit zurück. Anstatt nun, da es möglich war, sich wieder selbst um die Verteidigung des eigenen Gebietes zu kümmern, verharrten sie bequem in der liebgewordenen Rolle des militärischen Pflegefalles, der sich vom amerikanischen Pfleger umsorgen läßt. Noch ganz besondere Verdienste um die Schädigung der demokratisch-europäischen Sache erwarb sich in jenen Jahren schließlich Deutschland: Durch die Ostunpolitik der Gashandelsfirma SPD trug es zum Sieg des verbrecherischen Putin-Regimes über die russischen Demokraten bei und fütterte jenen russischen Eroberungsmilitarismus auf, vor dem jetzt ganz Europa zittert.

    Ein politisch ungeeintes und militärisch zahnloses Europa wird in dieser Welt keine Freiheit und keinen Frieden haben und seinen Werten nicht treu bleiben können - hierzu haben die Europäer im verflossenen Vierteljahrhundert wirklich genug Lektionen erhalten: die Ohnmacht in den Jugoslawienkriege ab 1991, während Bushs Irak-Krieg 2004, gegenüber Rußlands Georgienkrieg 2008, gegenüber der Drangsalierung durch Gazprom und zuletzt durch die NSA. Keine der vielen Warnungen aber hat die Europäer aus ihrem seligen Dummheitsschlaf und den süßen „Soft-Power“-Träumen erwecken können - jetzt bekommen sie eben die Rechnung für 25 Jahre Realitätsverweigerung.

  • „Die Europäer sind gefordert“

    28. Februar 2015  15:04, von  Alexander Peters

    WUNSCH UND WIRKLICHKEIT, 1)

    So zutreffend viele der Überlegungen David Schrocks in diesem Interview sind, so bleibt doch ein Widerspruch. Er selbst weist daraufhin, daß die Balten durch die nukleare Abschreckung der Nato in Wahrheit auch nicht besser gegen russische Aggression geschützt sind als die Nicht-NATO-Ukrainer: Weil nämlich niemand glaubt, daß die USA/ der Westen auf ein Auftauchen Putin´scher „grüner Männchen“ in, sagen wir, dem estnischen Narwa wirklich mit nuklearen Schlägen gegen russische Städte reagieren würden. Die Sicherheit Estlands hängt, wie Schrock selbst richtig darlegt, im Grunde allein von der Fähigkeit ab, russische Übergriffe auf das EU-/Natogebiet konventionell am Boden abzuwehren.

    Wenn das aber so ist, kann Schrocks Behauptung, „die USA haben in diesem Konflikt nur am Rande Bedeutung“, nicht richtig sein. Denn nicht nur die nukleare, sondern auch die konventionelle Verteidigung Europas liegt heute fast allein auf US-amerikanischen Schultern. Wenn irgendetwas Putin von militärischen Abenteuern in Ost-Europa abhält, dann ist das höchstens die Furcht vor einem Konflikt mit U.S.-Streitkräften, aber ganz sicher nicht die vor einer Bundeswehr, der von den 5.000 Panzern des Kalten Krieges keine 300 geblieben sind, die Probleme mit dem Lufttransport hat, die die fehlende Bewaffnung ihrer Fahrzeuge für die Nato-Eingreiftruppe mit Besenstielen (!) simuliert und die, aus Steinmeier-Angst vor „Eskalation“, bedrohten E.U.- und Bündnispartnern Truppen- und Waffenunterstützung verweigert. Europa ist jetzt und auf lange Zeit für seinen Schutz völlig von Washington abhängig, weshalb - „fuck the EU“ - am Ende dort und nicht in Brüssel über die zukünftige Gestalt Osteuropas entschieden werden wird.

    David Schrock verwechselt Wunsch und Wirklichkeit. In der Tat SOLLTE ein geeintes Europa neben den U.S.A. die zweite große Kraft des Westens sein, eine demokratische Großmacht ohne die soziale Ungleichheit, ökologische Gewissenlosigkeit, Rechtsstaatsvergessenheit und Gewaltbereitschaft Amerikas - eine Demokratie ohne Konzernallmacht, Todesstrafe, Guantanamo, Drohnenmorde und Blackwater-Söldner. Europa aber IST heute diese zweite große Kraft des Westens NICHT, sondern ist - durch eigene Schuld - nur das hilflose Anhängsel der allein maßgeblichen U.S.A.

    — > Forts.

  • Ende der Illusionen

    27. Februar 2015 12:01, von  Marcel Wollscheid

    Sehr geehrter Herr Peters, schön, dass Sie uns als Leser treu bleiben.

    Interessante Punkte zum Ukraine-Konflikt und zu den Lehren der Geschichte nennt auch der JEF-Vorsitzende David Schrock in einem neuen Interview mit treffpunkteuropa.de:

    http://www.treffpunkteuropa.de/die-europaer-sind-gefordert

  • Ende der Illusionen

    25. Februar 2015  19:31, von  Alexander Peters

    Sehr geehrter Herr Wollscheid:

    Da Sie mich auf diesen Artikel hinwiesen (in Ihrer Replik auf meinen Kommentar zu dem Artikel „Zähes Ringen um den Frieden“): Ja, es hat mich gefreut Ihr „Ende der Illusionen“ hier zu lesen. Es scheint, daß sich unsere Einschätzungen stark angenähert haben, seit ich mich im Juni an Ihrem damaligen Artikel, „Europa findet eine Stimme“, abarbeitete - jener Artikel kam mir noch selbst wie eine der Illusionen vor.

    Sie haben völlig recht damit, daß jetzt alles auf den starken, einigen Widerstand der Europäer ankommt - wenn nicht durch Militäreinsatz, dann durch einen umfassenden wirtschaftlichen Boykott des Aggressors und dadurch, daß man dem Putinregime keine Hoffnung darauf läßt, daß es diese Sanktionen jemals wieder loswerden wird, ohne zuvor sein Verhalten geändert und das Invasionsgebiet geräumt zu haben.

    Ob aber die Europäer zu solchem Widerstand fähig sind, darf bezweifelt werden. Im Moment sieht es mehr danach aus, als ob wir eine Neuauflage des altbekannten Europas der Erbärmlichkeit bekommen werden - jenes Europas, das etwa in den 1930ern tatenlos zusah, wie die faschistischen Mächte die spanische Republik und die Tschechoslowakei zerstörten, oder das in den 1990ern kein Mittel gegen das Wüten Milosevics in Kroatien, Bosnien und dem Kosovo wußte und nur von den USA der beherzteren Madeline Albright vor den schlimmsten Folgen seines memmenhaften Wegschauens bewahrt wurde.

  • Ende der Illusionen

    25. Februar 2015  19:28, von  Alexander Peters

    Sehr geehrter Herr Wollscheid:

    Da Sie mich auf diesen Artikel hinwiesen (in Ihrer Replik auf meinen Kommentar zu dem Artikel „Zähes Ringen um den Frieden“): Ja, es hat mich gefreut Ihr „Ende der Illusionen“ hier zu lesen. Es scheint, daß sich unsere Einschätzungen stark angenähert haben, seit ich mich im Juni an Ihrem damaligen Artikel, „Europa findet eine Stimme“, abarbeitete - jener Artikel kam mir noch selbst wie eine der Illusionen vor.

    Sie haben völlig recht damit, daß jetzt alles auf den starken, einigen Widerstand der Europäer ankommt - wenn nicht durch Militäreinsatz, dann durch einen umfassenden wirtschaftlichen Boykott des Aggressors und dadurch, daß man dem Putinregime keine Hoffnung darauf läßt, daß es diese Sanktionen jemals wieder loswerden wird, ohne zuvor sein Verhalten geändert und das Invasionsgebiet geräumt zu haben.

    Ob aber die Europäer zu solchem Widerstand fähig sind, darf bezweifelt werden. Im Moment sieht es mehr danach aus, als ob wir eine Neuauflage des altbekannten Europas der Erbärmlichkeit bekommen werden - jenes Europas, das etwa in den 1930ern tatenlos zusah, wie die faschistischen Mächte die spanische Republik und die Tschechoslowakei zerstörten, oder das in den 1990ern kein Mittel gegen das Wüten Milosevics in Kroatien, Bosnien und dem Kosovo wußte und nur von den USA der beherzteren Madeline Albright vor den schlimmsten Folgen seines memmenhaften Wegschauens bewahrt wurde.

  • Ende der Illusionen

    24. Februar 2015 12:33, von  Marcel Wollscheid

    Russland ist maßgeblich für die Eskalation des Konflikts verantwortlich, hat die territoriale Integrität der Ukraine verletzt, das Völkerrecht gebrochen (s. Budapester Memorandum). So verschieden sind doch die Perspektiven auf „Lügen“: Ich habe kürzlich den russischen Nato-Botschafter Gruschko auf einer Podiumsdiskussion beobachtet. Er erklärte dem staunenden Publikum, Russland wäre nie Konfliktpartei in der Ukraine gewesen, habe keine Soldaten oder Waffen in die Ukraine geschickt. Dies sei Propaganda - die Nato-Erweiterung und die Regierung in Kiew seien für alle Konflikte verantwortlich, Russland nur an Deeskalation und der Einhaltung internationalen Rechts interessiert. Bei Ihnen scheint diese Interpretation ja durchaus gefruchtet zu haben.

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